Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Hauptverein Regensburg

Mittwoch06.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Das Schottenportal der Regensburger Kirche St. Jakob

Baugeschichte – Bedeutung – Ikonographie – denkmalpflegerische Probleme
Vortrag von Prof. Dr. Achim Hubel, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Das Schottenportal aus dem 3. Viertel des 12. Jahrhunderts ist das aufwendigste und figurenreichste Portal der Romanik in Deutschland. Da es sich um eine in Deutschland einzigartige romanische Bilderwand handelt, ist zu fragen, welche Vorbilder die Auftraggeber in anderen Ländern gesehen hatten. Eine Besonderheit ist auch die ungewöhnliche Bautechnik, in der das Portal errichtet wurde. Viele Hypothesen sind zu der Frage aufgestellt worden, was das umfangreiche Skulpturenprogramm dem Betrachter vermitteln will. Welche Interpretation kann aus heutiger Sicht überzeugen? 1994 wurde zum Schutz des gefährdeten Portals eine Vorhalle aus Glas errichtet, die jedoch weitere Schäden nicht verhindern konnte. Am schlimmsten ist die schwarze Gipskruste auf der Oberfläche des Portals, welche die Diffusion der Feuchtigkeit aus dem Stein heraus verhindert, so dass durch Salz- und Frostsprengung die empfindliche Oberfläche der Skulpturen schwer beschädigt wird. Was kann man heute dagegen tun?

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de

Eintritt frei.
Das Schottenportal in Regensburg (Foto: Gerald Richter)
Mittwoch13.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

„Seid guten Mutes, Galilei, und tretet hervor.“

Kepler und Galilei: Der spannungsvolle Briefwechsel zweier Himmelsstürmer
Vortrag von Thomas de Padova, Berlin
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Im Jahr 1609 durchbrechen zwei grundverschiedene Forscher die Grenzen der bekannten Welt: Johannes Kepler entdeckt die Planetengesetze, Galileo Galilei schaut mit dem Fernrohr zum Mond und den Sternen. Der deutsche Astronom, leidenschaftlich am wissenschaftlichen Dialog interessiert, schreibt schwärmerische Briefe nach Italien. Die unterschiedlichen Reaktionen darauf werfen ein helles Licht auf Formen der Kooperation und Konkurrenz in der neuzeitlichen Wissenschaft.

Anmeldung erforderlich unter kulturportal@regensburg.de oder 0941/507-7418.

Eintritt frei. Ein Angebot des Kulturreferats der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg zum städtischen Jahresthema „Nahsicht“
Galileo Galilei 1624 (Foto: Wikimedia Commons)
Mittwoch27.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Kepler und die Astrologie: Ein schwieriges Verhältnis

Vortrag von Prof. Dr. Günther Oestmann, TU Berlin
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Im 16. und noch im beginnenden 17. Jahrhundert nahm die Astrologie in Europa eine zwar nicht unangefochtene, aber doch respektable Stellung ein. Auch Johannes Kepler hat sich zeitlebens mit ihr beschäftigt und gerne wird sein Ausspruch der „hochvernünftigen Astronomia“ zitiert, für deren Lebensunterhalt die Astrologie als „närrische Tochter“ sorgen müsse. Daraus auf eine Ablehnung der Sterndeutung zu schließen, wäre jedoch verfehlt, denn Keplers Einstellung dazu war komplexer Natur und ist vielfach missdeutet worden. Der Vortrag wird Keplers astrologische Praktiken wie auch seine Reformansätze und deren Rezeption behandeln.

Anmeldung erforderlich unter kulturportal@regensburg.de oder 0941/507-7418.

Eintritt frei. Ein Angebot des Kulturreferats der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg zum städtischen Jahresthema „Nahsicht“
Keplers Horoskop für Wallenstein von 1608 (Foto: Wikimedia Commons)
Hauptverein Regensburg

Des Ortes Kern – von der Wiederentdeckung unserer Mitte

Zweitägiges Symposium mit mehreren Referenten
Ort: Neusath-Perschen, Oberpfälzer Freilandmuseum, Neusath 200, 92507 Nabburg

Aufgrund von ungebremstem Wachstum an den Siedlungsrändern, stark autozentrierter Mobilität und geographisch ausfransenden Freizeit- und Arbeitsmodellen verlieren Ortskerne zunehmend ihre Funktion als soziokulturelles Zentrum der Gemeinden. Durch die Verlagerung des wirtschaftlichen Geschehens an den Ortsrand büßen die Ortskerne überdies ihren früheren ökonomischen Stellenwert ein. Aktuelle Trends wie die Urbanisierung und die Digitalisierung scheinen diese Tendenz zu verstärken. Doch gerade mit ihrem oft historischen Gebäudebestand bieten die Ortskerne die Chance, eine positive Identifikation der Menschen mit ihrem alltäglichen Lebensraum und damit einen Gewinn an Lebensqualität zu erzeugen.

Der Arbeitskreis „Heimat, Deine Bauten“ und das Freilandmuseum Oberpfalz möchten mit diesem Symposium die vielschichtigen Prozesse rund um die Ortsmittelpunkte beleuchten. Mitveranstalter sind das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, der Oberpfälzer Kulturbund sowie der historische Verein für Oberpfalz und Regensburg.

Anmeldung erforderlich unter freilandmuseum@bezirk-oberpfalz.de.

Eintritt frei. Ein Angebot des Arbeitskreises „Heimat, Deine Bauten“ in Kooperation u.a. mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Der Marktplatz in Burglengenfeld im Jahr 1967 (Foto: Erika Groth-Schmachtenberger / Freilandmuseum Oberpfalz)
Hauptverein Regensburg

Das Denkmal und sein Dach

36. Regensburger Herbstsymposion für Kunst, Geschichte und Denkmalpflege
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

„Das Denkmal und sein Dach“, so lautet der Titel des diesjährigen Regensburger Herbstsymposions für Kunst, Geschichte und Denkmalpflege. Die Referenten beschäftigen sich zwei Tage intensiv mit der Dachlandschaft Regensburgs und Umgebung im Wandel der Zeit. Geplant sind unter anderem Vorträge zum mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Dachziegel, über die Veränderung der verschiedenen Baumaterialen und die Geschichte der Dächer und Dachdeckung im 17. und 18. Jahrhundert, bis hin zum „Wohnen im Dach“ sowie zur aktuellen rechtlichen Lage im Hinblick auf Sicherheit und Gefahren. Ein Praxisbericht über das Tragwerk und die statische Sanierung von St. Oswald runden das Programm ab.

Die Tagung ist derzeit als Präsenzveranstaltung kombiniert mit einer Übertragung der Vorträge ins Internet geplant. So möchten die Veranstalter es trotz den geltenden Corona-Regeln einer möglichst großen Zahl an Zuhörern ermöglichen, am Symposion teilnehmen zu können. Der traditionelle abendliche Festakt und die Exkursionen werden auch in diesem Jahr wegen der Pandemie nicht stattfinden können.

Genaue Informationen rund um die Veranstaltung und das Programm gibt es Anfang November auf der Internetseite des Amtes für Archiv und Denkmalpflege unter www.regensburg.de/herbstsymposion. Dort sind derzeit noch die Filme von den Beiträgen des Symposions 2020 zu sehen. Der Tagungsband mit den gesammelten Vorträgen von 2020 zum Thema „Zwischen den Kriegen – Städtebau, Architektur und Kunst im Regensburg der Zwanziger- und Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts“ wird beim diesjährigen Symposion vorgestellt.

Anmeldung erforderlich unter beer.jasmin@regensburg.de oder 0941/507-2455.

In Zusammenarbeit mit: Stadt Regensburg (Amt für Archiv und Denkmalpflege), Bistum Regensburg (Fachbereich Kunst- und Denkmalpflege), Heimatpfleger der Stadt Regensburg, Oberpfälzer Kulturbund e. V., Vereinigung Freunde der Altstadt Regensburg e.V.
Dachlandschaft der Regensburger Altstadt (Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation)
Donnerstag25.11.
13:30 Uhr
Hauptverein Regensburg

Heimatforschung digital

Neue Wege und Einsichten
Online-Tagung mit mehreren Vorträgen

Die COVID-19-Pandemie hat in allen Gesellschaftsbereichen zu einer noch stärkeren Berücksichtigung digitaler Angebote geführt. Auch in der Heimatforschung wurden bereits bestehende Trends weiter verstärkt. Diese bereits vor der Pandemie bestehenden Ansätze, die jetzt weiteren Auftrieb erfahren haben, stehen im Mittelpunkt der Tagung.

Anmeldung bis 19.11. erforderlich unter bezirksheimatpflege@bezirk-oberpfalz.de (den Zugangslink erhalten sie dann zugesandt).

Programm
13:30 Uhr - ­­Begrüßung  
13:40 Uhr - Dr. Bernhard Lübbers, Staatliche Bibliothek Regensburg: Paradiesische Verhältnisse?! Möglichkeiten und Grenzen der Heimatforschung in der Gegenwart 
14:15 Uhr - Julian Schwan, BayernLab Neumarkt i.d.OPf.: Der BayernAtlas 
14:45 Uhr - Dr. Maria Rita Sagstetter, Staatsarchiv Amberg: Präsentationen, Projekte, Portale - Digitale Angebote der Staatlichen Archive Bayerns  
15:15 Uhr - Kaffeepause 
15:30 Uhr - Lorenz Baibl M.A., Stadtarchiv Regensburg: Das Stadtarchiv Regensburg und seine digitalen Angebote  
16:00 Uhr - Florian Sepp M.A., Bayerische Staatsbibliothek: bavarikon 
16:30 Uhr - Dr. Albert Schröder, Universitätsbibliothek Regensburg: EODOPEN 
17:00 Uhr - Dr. Andreas Kuhn, Haus der Bayerischen Geschichte: Die Bavariathek des Hauses der Bayerischen Geschicht
17:30 Uhr - Verabschiedung

Teilnahme kostenlos. Ein Angebot des Arbeitskreises Heimatforschung Oberpfalz zusammen mit dem Arbeitskreis Landeskunde Ostbayern, dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg sowie der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg e.V.
Karten und Ansichten von Regensburg, digital und im Original (Foto: D. Islinger, Staatliche Bibliothek Regensburg)
Donnerstag25.11.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Helden der Demokratie?

Bayern 1920-1923
Musikalisch-szenische Lesung mit Maria Well, Dr. Georg Schulz und Dr. Markus Schmalzl, München und Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Bayern vor einhundert Jahren. Das Land ist gezeichnet vom verlorenen Weltkrieg, von Hunger und Wirtschaftskrise. Zugleich schreiten technischer Fortschritt und Mobilität rasch voran. Derweil versuchen Radikale von links und rechts, der ersten Demokratie auf bayerischem Boden ein schnelles Ende zu bereiten. In einer musikalisch-szenischen Lesung zeichnen Maria Well (NouWell Cousines), Dr. Georg Schulz und Dr. Markus Schmalzl ein historisches Stimmungsbild der Weimarer Krisenjahre in Bayern.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Detail aus einem Regensburger Notgeldschein im Nennwert von 500.000 Mark aus dem Jahre 1923 (Foto: HVOR)
Mittwoch19.01.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

„Der philosophische Altertumsforscher steigt in die düstern Wohnungen des Todes hinab.“

Der Benediktinerpater Bernhard Stark und die Entdeckung des Großen Gräberfeldes in Regensburg am Beginn des 19. Jahrhunderts
Vortrag von Prof. Dr. Gerhard H. Waldherr, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Leidenschaftliche Neugier und brennender wissenschaftlicher Ehrgeiz, das sind die Triebfedern für Bernhard Stark bei seinen umfänglichen Aktivitäten zur Erforschung des römischen Regensburgs. Dabei setzt der ehemalige Conventuale des Reichsklosters St. Emmeram und spätere Konservator des königlichen Antiquariums in München sowohl bei der archäologischen Feldforschung wie auch der lateinischen Epigraphik neue Maßstäbe, die heute noch als wegweisend für die Wissenschaft gelten können. Bernhard Stark verdanken wir auch die ersten Erkenntnisse zum großen zentralen Bestattungsplatz der Römer südlich des ehemaligen Legionslagers.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Ausschnitt aus einer kolorierten Skizze der Grabungsaktivitäten Stark während des Winters 1807/08 im Bereich der Kumpfmühlerstraße (Foto: Staatsarchiv Amberg)
Mittwoch23.02.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Spektakuläres und Alltägliches: Archäologie in Stadt und Landkreis Regensburg

Vortrag von Dr. Lutz Dallmeier, Dr. Ruth Sandner, Dr. Johannes Sebrich und Dr. Christoph Steinmann, alle Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Gebaut wird immer, trotz der Lockdowns. Ausgegraben wird dabei auch immer wieder Neues. Manches Ergebnis ist eher alltäglich für die Archäologie, aber dafür nicht minder wichtig. Andere Funde und Befunde sind eher spektakulär. Im Vortrag berichten die für Regensburg und Umland zuständigen Dekmalpflegerinnen und Denkmalpfelger von ihren persönlichen Highlights während der Corona-Zeit.
Ein für Süddeutschland einzigartiger Fund stammt zum Beispiel aus Köfering. Selbst im europäischen Kontext finden sich nur wenig Parallelen zu dem Grab der Glockenbecherkultur, das vor dem Bau der neuen R30 entdeckt worden ist. Der Grabbau mit hölzerner Grabkammer in einem Hügel ist aufwändig, aber vor allem die Beigaben sind auffällig zahlreich für diese Epoche vor etwa 4.500 Jahren: Zehn reich dekorierte Gefäße, elf fein gearbeitete Pfeilspitzen, mehrere verzierte Knochenpfrieme und vier Armschutzplatten aus Stein. Diese flachen bis leicht gebogenen Steinplatten wurde speziell zugeschliffen und durchbohrt, um am Unterarm getragen zu werden, um diesen vor dem Zurückschnellen der Bogensehne zu schützen.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Glockenbecher, Pfeilspitzen und Armschutzplatten aus dem Grab von Köfering (Foto: BLfD)
Hauptverein Regensburg

Der Band „Regensburg“ in der Reihe „Die deutschen Königspfalzen“

Buchpräsentation
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Der von Prof. Dr. Peter Schmid bearbeitete dritte Teilband zu den Königspfalzen in Altbayern (Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, Bd. 5: Bayern, Teilband 1,2: Altbayern, Regensburg) dokumentiert die fast 200 nachweisbaren königlichen Aufenthalte in Regensburg, einem der bedeutendsten Zentralorte Bayerns, zwischen Karl dem Großen im Oktober 788 und Konrad IV. im Dezember 1250 sowie die zahlreichen Versammlungen lokalen Charakters innerhalb der Stadt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Residenzen am Ort sowie dessen Entwicklung aus römischen Wurzeln dargestellt. Der Band beinhaltet grundsätzliche Erkenntnisse zur Funktion Regensburgs für das ostfränkisch-deutsche Königtum, von der Entwicklung des Ortsnamens, der Genese der Königs-, Herzogs- und Bischofspfalz über die archäologischen Ergebnisse und der Auswertung aller erzählenden Quellen, welche die königlichen Aufenthalte darstellen, bis hin zu einer umfassenden Auswertung dieser auf Quellen und Überresten basierenden Befunde. Dieses grundlegende Werk zur Geschichte Regensburgs im Mittalter soll hier einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Ausschnitt aus dem Titel des neuen Bandes (Foto: Vandenhoeck & Ruprecht)