Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Hauptverein Regensburg

Mittwoch19.01.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

„Der philosophische Altertumsforscher steigt in die düstern Wohnungen des Todes hinab.“

Der Benediktinerpater Bernhard Stark und die Entdeckung des Großen Gräberfeldes in Regensburg am Beginn des 19. Jahrhunderts
Vortrag von Prof. Dr. Gerhard H. Waldherr, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Leidenschaftliche Neugier und brennender wissenschaftlicher Ehrgeiz, das sind die Triebfedern für Bernhard Stark bei seinen umfänglichen Aktivitäten zur Erforschung des römischen Regensburgs. Dabei setzt der ehemalige Conventuale des Reichsklosters St. Emmeram und spätere Konservator des königlichen Antiquariums in München sowohl bei der archäologischen Feldforschung wie auch der lateinischen Epigraphik neue Maßstäbe, die heute noch als wegweisend für die Wissenschaft gelten können. Bernhard Stark verdanken wir auch die ersten Erkenntnisse zum großen zentralen Bestattungsplatz der Römer südlich des ehemaligen Legionslagers.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Ausschnitt aus einer kolorierten Skizze der Grabungsaktivitäten Stark während des Winters 1807/08 im Bereich der Kumpfmühlerstraße (Foto: Staatsarchiv Amberg)
Dienstag08.02.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Beiträge zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters Aldersbach

Präsentation des Tagungsberichts
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Am 1. und 2. Oktober 2020 fand in Aldersbach eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich mit Fragestellungen zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters auseinandersetzte. Die Organisatoren Robert Klugseder und Bernhard Lübbers, beide ausgewiesene Spezialisten der Aldersbacher Klostergeschichte, konnten als Vortragende weitere 18 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen. Anlass der Tagung war das 900-Jahrjubiläum der Klostergründung durch Augustinerchorherren, die um das Jahr 1120 stattfand.

Nachdem die Zisterziensermönche im Jahr 1146 das Kloster der Augustinerchorherren übernommen hatten, wirkten sie über 650 Jahre sehr erfolgreich im unteren Vilstal. Das Kloster war eine kulturelle Hochburg in Niederbayern, wo es zu den bedeutendsten Abteien gehörte. Die Prälaten von Aldersbach besaßen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts das Recht der Pontifikalien, waren in der Landschaft vertreten und immer wieder auch als Visitatoren der Bayerischen Zisterzienserkongregation tätig. In Aldersbach wurde über Jahrhunderte hinweg nicht nur das Opus Dei gefeiert, sondern im Besonderen auch die Wissenschaften und die Künste gepflegt. Zudem war das Kloster ein bedeutender Wirtschaftsbetrieb (Land-, Forst- und Weinwirtschaft, Brauerei).

Die Forschung ist heute in der glücklichen Lage, über eine große Anzahl an Dokumenten zu verfügen, die über die mittelalterliche Geschichte Aldersbachs Auskunft geben können. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist im Besitz des ehemaligen Aldersbacher Klosterarchivs mit zahlreichen Urkunden, Amtsbüchern und anderem Archivmaterial. In der Bayerischen Staatsbibliothek sind zudem an die 300 mittelalterliche Handschriften aus Aldersbach erhalten. Die Tagung bot zum ersten Mal die Möglichkeit, Forschungsfragen zu Aldersbach interdisziplinär im Kreis von Spezialistinnen und Spezialisten zu präsentieren und zu diskutieren. Der vorzustellende Tagungsbericht wird für eine angemessene Sichtbarkeit und Rezeption der Forschungsergebnisse sorgen. Der Band erschien in der angesehenen Reihe „Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens“, herausgegeben von der historischen Sektion der bayerischen Benediktinerakademie, als 55. Ergänzungsband (EOS Editions Sankt Ottilien).

Vorträge:
Robert Klugseder: 900 Jahre Kloster Aldersbach. Neue Erkenntnisse und digitale Forschungsmethoden
Bernhard Lübbers: Die ältesten Aldersbacher Rechnungen und ihr Quellenwert

Anmeldung erforderlich (bitte bis zum 01. Februar 2022) unter susanne.ehrich@ur.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung des Mittelalterzentrums der Universität Regensburg "Forum Mittelalter" in Kooperation mit der Österreichische Akademie der Wissenschaften und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Ausschnitt aus der Titelseite des neuen Tagungsbandes (Foto: EOS-Verlag)
Mittwoch23.02.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Spektakuläres und Alltägliches: Archäologie in Stadt und Landkreis Regensburg

Vortrag von Dr. Lutz Dallmeier, Dr. Ruth Sandner, Dr. Johannes Sebrich und Dr. Christoph Steinmann, alle Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Gebaut wird immer, trotz der Lockdowns. Ausgegraben wird dabei auch immer wieder Neues. Manches Ergebnis ist eher alltäglich für die Archäologie, aber dafür nicht minder wichtig. Andere Funde und Befunde sind eher spektakulär. Im Vortrag berichten die für Regensburg und Umland zuständigen Dekmalpflegerinnen und Denkmalpfelger von ihren persönlichen Highlights während der Corona-Zeit.
Ein für Süddeutschland einzigartiger Fund stammt zum Beispiel aus Köfering. Selbst im europäischen Kontext finden sich nur wenig Parallelen zu dem Grab der Glockenbecherkultur, das vor dem Bau der neuen R30 entdeckt worden ist. Der Grabbau mit hölzerner Grabkammer in einem Hügel ist aufwändig, aber vor allem die Beigaben sind auffällig zahlreich für diese Epoche vor etwa 4.500 Jahren: Zehn reich dekorierte Gefäße, elf fein gearbeitete Pfeilspitzen, mehrere verzierte Knochenpfrieme und vier Armschutzplatten aus Stein. Diese flachen bis leicht gebogenen Steinplatten wurde speziell zugeschliffen und durchbohrt, um am Unterarm getragen zu werden, um diesen vor dem Zurückschnellen der Bogensehne zu schützen.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Glockenbecher, Pfeilspitzen und Armschutzplatten aus dem Grab von Köfering (Foto: BLfD)
Hauptverein Regensburg

Der Band „Regensburg“ in der Reihe „Die deutschen Königspfalzen“

Buchpräsentation
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Der von Prof. Dr. Peter Schmid bearbeitete dritte Teilband zu den Königspfalzen in Altbayern (Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, Bd. 5: Bayern, Teilband 1,2: Altbayern, Regensburg) dokumentiert die fast 200 nachweisbaren königlichen Aufenthalte in Regensburg, einem der bedeutendsten Zentralorte Bayerns, zwischen Karl dem Großen im Oktober 788 und Konrad IV. im Dezember 1250 sowie die zahlreichen Versammlungen lokalen Charakters innerhalb der Stadt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Residenzen am Ort sowie dessen Entwicklung aus römischen Wurzeln dargestellt. Der Band beinhaltet grundsätzliche Erkenntnisse zur Funktion Regensburgs für das ostfränkisch-deutsche Königtum, von der Entwicklung des Ortsnamens, der Genese der Königs-, Herzogs- und Bischofspfalz über die archäologischen Ergebnisse und der Auswertung aller erzählenden Quellen, welche die königlichen Aufenthalte darstellen, bis hin zu einer umfassenden Auswertung dieser auf Quellen und Überresten basierenden Befunde. Dieses grundlegende Werk zur Geschichte Regensburgs im Mittalter soll hier einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Ausschnitt aus dem Titel des neuen Bandes (Foto: Vandenhoeck & Ruprecht)