Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Hauptverein Regensburg

Mittwoch24.07.
14:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Jüdische Märtyrer und der Heilige Emmeram von Regensburg

Referent: Dr. Peter Sh. Lehnardt, Ben-Gurion Universität, Beer Sheva
Ort: Regensburg, Universität Regensburg, Universitätsstraße 31, H 2

Der Vortrag versucht aufzuzeigen, wie die jüdischen Gemeinden in Folge der Verfolgungen des 11. Jahrhunderts und in der Epoche der Kreuzzüge eine in ihrer Umwelt „verständliche“ Martyrologie entwickelten. Diese zollte einerseits den jüdischen Traditionen die gehörige Achtung und sollte andererseits den christlichen Verfolgern ein Mindestmaß an Respekt für die jüdische Religiosität abfordern. Als Fallstudie hierfür soll eine „jüdische Lesung“ der Vita et passio St. Emmerams von Regensburg und ihrer Motive durch Wiederaufnahmen in Texten aus dem jüdischen Mittelalter dienen.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt Regensburg zum Jahresthema 2019 „Stadt und Gesellschaft“ und der Jüdischen Gemeinde Regensburg
Das Martyrium des hl. Emmeram (Foto: commons.wikimedia.org)
Dienstag17.09.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Was die jüdischen Grabsteine erzählen

Referent: Prof. Dr. Michael Brocke, Essen
Ort: Regensburg, Jüdisches Gemeindezentrum, Am Brixener Hof 2

In der Altstadt sind vermauerte und frei stehende hebräische Grabsteine als Trophäen zu sehen – eine Regensburger Besonderheit nach der Vertreibung der jüdischen Bevölkerung 1519.

Im Laufe der Jahrhunderte sind von einst mehreren Tausenden solcher Stelen des jüdischen Friedhofs vor der Stadt, nahe dem heutigen Hauptbahnhof, immerhin gut Hundert solcher Denkmale ganz und in Fragmenten aufgefunden worden. Sie berichten über 300 Jahre jüdischen Lebens vom 13. bis ins 16. Jahrhundert. Der Vortrag des Direktors des Ludwig Salomon Steinheim-Instituts in Essen will sie zum Sprechen bringen und auch personelle Verknüpfungen mit anderen Quellen und Funden sichtbar und fasslich werden lassen.

In Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt Regensburg zum Jahresthema 2019 „Stadt und Gesellschaft“ und der Jüdischen Gemeinde Regensburg
Jüdischer Grabstein am Haus Vor der Grieb 2 (Foto: Bilddokumentation Stadt Regensburg)
Freitag27.09.
19:30 Uhr
Hauptverein Regensburg

Brandkatastrophen in Wörth und anderen Vorwaldgemeinden im 19. Jahrhundert

Referent: Bernhard Fuchs, Pressath
Ort: Wörth, Bürgerhaus, Ludwigstraße 7, Bürgersaal

Noch im 19. Jahrhundert sind im Königreich Bayern zahllose Orte komplett niedergebrannt. Der Vortrag widmet sich am Beispiel der Märkte Wörth, Donaustauf und Falkenstein den Brandereignissen und -ursachen, der finanziellen Bewältigung durch Versicherungen und Spendensammlungen und schließlich der Wiederaufbauarchitektur.

In Zusammenarbeit mit "K.i.W. - Kultur in Wörth"
Wörth nach dem Stadtbrand von 1892 (Foto: Stadt Wörth)
Mittwoch09.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

150 Jahre Schloss Neuschwanstein oder: Wie ein Symbol entsteht

Referent: Marcus Spangenberg M.A., Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runingersaal

Schloss Neuschwanstein ist ein internationaler „Wallfahrtsort“, der jährlich rund 1,5 Millionen Besucher zählt. Wie es zu diesem Massenansturm kommen konnte und warum wir in der gesamten Welt mit der Ansicht von Schloss Neuschwanstein konfrontiert werden, beleuchtet dieser Vortrag des Kunsthistorikers und Jounalisten Marcus Spangenberg erstmals. Dabei wird aufgezeigt, welche besondere Kombination aus Bauherr, Natur und Zeitumstände die Grundlage bildeten, um eine Ikone zu schaffen. Deutlich wird: Neuschwanstein ist heute weltweit mehr Klischee und Identifikationsmodell als ein kunsthistorisch gewürdigtes Bauwerk der Stilepoche des Historismus.

Schloss Neuschwanstein (Foto: Marcus Spangenberg)
Freitag18.10.
14:30 Uhr
Hauptverein Regensburg

Pfarrprädikaturen in der Oberpfalz

Wissenschaftliches Symposion anlässlich des Jubiläums "650 Jahre Pfarrprädikatur Amberg"
Referenten: Dr. Bernhard Lübbers, Dr. Susanne Wanninger, Prof. Dr. Franz Fuchs, Dr. Werner Schrüfer, Dr. Markus Lommer, Dr. Thomas Vogl
Ort: Kongregationssaal (ehem. Aula des Jesuitenklosters), Malteserplatz 4, 92224 Amberg

Mit der Stiftung des Amberger Bürgers und Münzmeisters Friedrich Alhart am Johannestag 1369, eine Prädikatur in der Pfarrei Amberg zu errichten, wird nach heutigem Sprachgebrauch die Oberpfalz zum Ursprungsland einer Bewegung, die für das kirchliche Leben über Jahrhunderte äußerst bedeutsam sein sollte. Da zu den Hauptmitteln der Seelsorge seit jeher die Predigt gehört, werden die Institution „Pfarrpredigt“ und die „Pfarrprediger“ zu d e n Aushängeschildern einer spätmittelalterlichen und neuzeitlichen Gesellschaft, die zutiefst christlich geprägt war.

Das Symposium wird einen grundlegenden Einblick, aber auch konkrete Einsichten in die sehr vielfältige Welt des Predigtwesens, wie es sich in den Städten und Pfarreien ausgebildet hatte und praktiziert wurde, bieten. Neben diesen geschichtlichen Erläuterungen kommen auch gegenwärtige Erfahrungen mit der Predigt zu Wort. Ergänzend dazu werden bibliophile Schätze der Oberpfälzer Predigtliteratur in einer kleinen Ausstellung gezeigt.

In Zusammenarbeit mit dem Verein für Regensburger Bistumsgeschichte e.V., dem Staatsarchiv Amberg, dem Stadtarchiv Amberg und der Provinzialbibliothek Amberg Während des Symposiums präsentiert die Provinzialbibliothek Amberg herausragende Veröffent
Blick auf die Kanzel in der Stadtpfarrkirche St. Georg in Amberg (Foto: Kath. Pfarramt St. Georg)
Dienstag19.11.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Carl von Dalberg (1744 - 1817)

Münzen und Medaillen - ein Kirchenfürst in der Zeit des Übergangs
Referent: Winfried Stein, Erlangen, Vorsitzender des Vereins für Münzkunde Nürnberg e.V.
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Carl Frh. v. Dalberg, durchlief eine bemerkenswerte Karriere, die ihn in höchste kirchliche und weltliche Ämter führte. In seiner Biografie spiegelt sich beispiellos die so genannte Franzosenzeit mit allen begleitenden Umbrüchen wider. Durch seine zeitweise Nähe zu Napoleon konnte er als Erzbischof und Fürst von Regensburg zunächst der Säkularisation entgehen. Höhepunkt seiner Laufbahn war 1810 das Amt des Großherzogs von Frankfurt, das er aber bereits 1813 kurz nach der Leipziger Völkerschlacht durch Flucht in die Schweiz und Abdankung aufgab. Nach einer Zeit der Ungnade wurde ihm schließlich ein vergleichsweise ruhiger Lebensabend als Erzbischof von Regensburg ermöglicht. Numismatische Zeugnisse in Form von Münzen, Medaillen und Orden belegen die teilweise dramatischen Ereignisse dieser Epoche.

In Zusammenarbeit mit dem Regensburger Münzverein e. V.
Carl Theodor Anton Maria von Dalberg (1744-1817), Taler von 1809 (Foto: dorotheum.com)
Hauptverein Regensburg

„Apostel für die Schönheit“

Max Schultze (1845 – 1926) als Architekt, Künstler, Alpinist, Natur- und Heimatschützer
Referenten: Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid, Dr. Jörg Zedler, Dr. Irmhild Elisabeth Heckmann, Dr. Andreas Nierhaus, Lisa Landl B.A., Dr. Wolfgang Baumann, Prof. Julian Jachmann und Mitarbeiter, Dr. Adina Christine Rösch, Dr. Hermann Reidel, Dr. Reiner Meyer, Johannes Paffrath, Gisela Zundel, Patricia Lippert M.A., Werner Dechent, Dr. Anton Schmidt
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Das zweitägige wissenschaftliche Symposion beschäftigt sich mit dem Architekten und Künstler Max Schultze, einem typischen Vertreter der sich gegen Ende des 19 Jahrhunderts auch in Bayern formierenden Heimatschutzbewegung. Folgende Themenbereiche sind im Programm vorgesehen:

Sektion I: Historischer und biographischer Rahmen

Sektion II: Architektur, Innenarchitektur und Ausstellungstätigkeit

Sektion III: Malerei, Grafik und Fotografie

Sektion IV: Alpinismus, Natur- und Heimatschutz

In Zusammenarbeit mit den Deutschen Alpenverein Sektion Regenburg e.V. und mit den Museen der Stadt Regensburg
Der Architekt und Künstler Max Schultze (Foto: Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv - Hofbibliothek - Museen)