Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Hauptverein Regensburg

Mittwoch 10.06.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Vaterlandsliebe!?

Dalbergs Visionen in verwirrten Zeiten
Vortrag von Dr. Christoph Meixner, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Die Dalberg-Ära gehört für Regensburg zweifellos zu den gesellschaftlich bewegendsten Phasen einer langen Geschichte, denn die Menschen erlebten damals in nahezu allen Bereichen des Lebens gravierende Veränderungen und Herausforderungen. Im Mittelpunkt des Vortrags steht Carl Theodor von Dalberg mit seinen Überlegungen um das Wesen der Vaterlandsliebe und den daraus ableitbaren Notwendigkeiten für das eigene politische Handeln. Seine Visionen sind dabei nicht nur ein Schlüssel zum Verständnis seiner eigenen Regierungszeit, sondern bieten auch erstaunlich aktuelle Denkanstöße für unsere eigenen verwirrten Zeiten, die in manchen Details bemerkenswerte Parallelitäten zur Vergangenheit aufweisen.

Die Veranstaltung findet hybrid statt. Für die Teilnahme per Zoom benötigen Sie den folgenden Link: https://uni-regensburg.zoom-x.de/j/69209784083?pwd=ROuoJNSbSF1JHkcxZB5E64BqRecx8B.1

Eintritt frei.
Älteste Abbildung der Germania auf einem Silber-Denar, ca. 122 n.Chr. (Repro: Christoph Meixner)
Mittwoch 08.07.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Erinnerungen der Landschaft – Erinnerungen an die Landschaft. Welche Spuren welcher Geschichte erhalten wir?

DEBATTEN UND POSITIONEN ZUR ERINNERUNGSKULTUR
Vortrag von Prof. Dr. Ingrid Scheurmann, Dortmund
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Landschaften speichern Spuren menschlichen Handelns über Jahrtausende: von Vulkanausbrüchen über Krieg und Industrialisierung bis zu Atomtests oder Klimawandel. Sie sind historische Zeugnisse und kulturell geprägte Erinnerungsräume zugleich. Während ästhetisierte Natur- und Kulturräume oft als schützenswertes Erbe gelten, bleiben Kriegslandschaften, Industrieregionen oder vom Klimawandel geprägte Umwelten häufig marginalisiert. Der Vortrag untersucht Landschaften als Träger von Erinnerung, ihre kulturellen Bilder sowie den Umgang mit Relikten und Veränderungen. Daraus ergeben sich Fragen wie: Welche Erinnerungen der Landschaft gelten als schützenswert – und vor welchen sollte sich der Mensch schützen?

Eintritt frei. Ein Angebot in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Erinnerungskultur an der Universität Regensburg
Johann Georg von Dillis, Grottaferrata bei Rom, um 1796/97, Neue Pinakothek München (Repro: Wikimedia Commons)
Samstag 18.07.
14:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Chammünster und Burg Runding

hören & sehen mit Reinhard Hanausch
Exkursion mit Führungen von Erich Piendl, Cham, und Wolfgang Kagermeier, Runding

Die Urkirche des Oberen Bayerischen Waldes, Chammünster, die alte "cella apud chambe", ist der Ort, von dem aus der christliche Glaube in den bayerisch-böhmischen Wald hinein und weit darüber hinaus getragen wurde. Bis in das Jahr 739 reichen ihre Wurzeln zurück, als hier Regensburger Mönche eine klösterliche Niederlassung gründeten.
Nicht weit davon entfernt liegen die imposanten Reste der ehemals größten Burganlage des Bayerischen Waldes: Runding. Das Gründergeschlecht der Runtinger stand in Diensten der Markgrafen von Cham und Vohburg, als die Burg durch sie  bereits vor 1100 von ihnen angelegt wurde.

Anmeldung und weitere Informationen unter: reinhard.hanausch@web.de

Teilnehmergebühr: 8 Euro
Burg Runding, Ausschnitt aus einem kolorierten Stahlstich von Johann Gabriel Friedrich Poppel, 1846 (Repro: Reinhard Hanausch)
Mittwoch 22.07.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Napoleons Verwundung in der Schlacht von Regensburg

Vortrag von Thomas Schuler, Frechen
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

In Folge eines von England begonnenen Angriffskrieges stand die Grande Armée Napoleons am 23. April 1809 vor den Toren Regensburgs. Während die österreichische Artillerie Stadtamhof nahezu vollständig in Brand schoss, brannte durch französisch-bayerische Kanonen ein erheblicher Teil der Stadt nieder. In der Nähe des heutigen Hauptbahnhofes wurde Napoleon selbst durch eine österreichische Kugel verwundet. Durch aktuelle Forschungen war es möglich, den Ort dieser Verwundung auf den Meter genau zu lokalisieren. Thomas Schuler, einer der führenden Napoleon-Experten Deutschlands, wird Sie, begleitet von spannendem Bildmaterial, durch jenen dramatischen Tag des Jahres 1809 führen.

Eintritt frei.
Kaiser Napoleon I., Ausschnitt aus einem Gemälde von Paul Delaroche (Foto: Wikimedia Commons / Thomas Schuler)
Sonntag 26.07.
11:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Ein Augenblick europäischer Geschichte

Kamishibai-Theater zum 220. Jahrestag der Unterzeichnung der Rheinbundakte auf Schloss Wörth
Ort: Schloss Wörth, Schlossberg 1, Rondellzimmer

Mit seiner von Napoleon geforderten Unterschrift unter die Rheinbundakte am 26. Juli 1806 besiegelte Karl Theodor von Dalberg das Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Jugendliche der Mittelschule Wörth fassen dieses außerordentliche historische Ereignis unter Anleitung von Julia Wagner in einen von Ekkehard Hollschwandner vorgetragenen Monolog, in dem Dalbergs Zweifel und Bedenken, aber auch seine Beweggründe nachvollzogen werden. Die mitschwingenden Gedanken und Gefühle werden im selbstgebauten Kamishibai-Theater bildlich umgesetzt. Exakt 220 Jahre nach dem Augenblick europäischer Geschichte ist die Schul-Produktion am Originalschauplatz im Rondellzimmer auf Schloss Wörth zu sehen.

Eintritt: 2 Euro (Kinder bis 15 Jahre) bzw. 5 Euro (Erwachsene). Der Erlös geht in die Klassenkasse. Ein Angebot in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Regensburg und Kultur in Wörth
Der "echte" Dalberg im Rondellzimmer auf Schloss Wörth (Foto: Lena Schöberl)
Mittwoch 29.07.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Verleihung des Christian Gottlieb Gumpelzhaimer-Preises 2026

Festakt mit anschließendem Stehempfang
Ort: Regensburg, Weinschenkvilla, Hoppestraße 6

Der Historische Verein für Oberpfalz und Regensburg, einer der ältesten Geschichtsvereine Bayerns, prämiert zum fünften Mal sowohl eine herausragende universitäre Abschlussarbeit als auch eine herausragende W-Seminararbeit zu einem Thema aus der Oberpfalz. Im Rahmen eines kleinen Festakts mit anschließendem Stehempfang werden die Preisträger öffentlich ausgezeichnet. Für die passende musikalische Umrahmung sorgt auch heuer wieder die Meisterklasse für Klavier und Kammermusik am Von-Müller-Gymnasium Regensburg unter der Leitung von Lukas Klotz.

Eintritt frei.
Christian Gottlieb Gumpelzhaimer (1766–1841), Gründungsvorsitzender des Historischen Vereins (Foto: HVOR)
Sonntag 13.09.
Hauptverein Regensburg

NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur

Der "Tag des offenen Denkmals" 2026 in der Stadt Regensburg

„Denkmale und Infrastruktur“, so lautet das diesjährige Motto der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum Tag des offenen Denkmals®. Prächtige mittelalterliche Kaufmannshäuser: Doch was wären diese ohne einen Brunnen? Friedhöfe: Orte der Gedenkkultur. Aber ihre Anlage diente auch der Verbesserung der Hygiene in der historischen Stadt. Denkmäler der Infrastrukturgeschichte stehen meist nicht im Mittelpunkt. Doch dieses Jahr soll der Blick auf sie gerichtet werden. Stadt und Kooperationspartner haben dazu ein vielfältiges und kostenloses Programm erstellt. Dieses ist vorab rechtzeitig in gedruckter Form in den Tourismusbüros und beim städtischen Amt für kulturelles Erbe sowie digital unter www.regensburg.de/denkmaltag erhältlich.

Teilnahme kostenlos. Ein Angebot in Zusammenarbeit mit dem Amt für kulturelles Erbe der Stadt Regensburg.
Das Gebäude Holzländestraße 5 birgt ein jüdisches Ritualbad (Foto: Stadt Regensburg)
Samstag 19.09.
14:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Flußspat und Karnerkosmos – zum Bergbau um Nabburg und zum Karner von Perschen

hören & sehen mit Reinhard Hanausch
Exkursion mit Führung von Franz Grundler, Nabburg

Wir besuchen die REMISE, ein Privatmuseum des Franz Grundler in Nabburg, und erfahren dort Merkwürdiges über die regionale Geschichte des Bergbaues und den hier geförderten Flußspat. Danach widmen wird uns dem Perschener Karner – ein Edelstein der Romanik. Seine Doppelfunktion: Beinhaus und Auferstehungskapelle! Nach einem kleinen Vortrag besuchen wir den Karner und seine romanische Kirche St. Peter und Paul in Perschen sowie den angrenzenden Edelmannshof. Der seit 1605 ursprünglich erhaltene Dreiseithof ist mit der dazugehörigen romanischen Kirche und dem Karner eines der wichtigsten Zeugnisse bäuerlicher Architektur in der Oberpfalz.

Anmeldung und weitere Informationen unter: reinhard.hanausch@web.de

Teilnehmergebühr: 8 Euro
Ausschnitt aus einem Fresko in Peschen (Foto: Wikimedia Commons / Marie Amrei)
Mittwoch 23.09.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Georg Heinrich Paritius

Der Regensburger Schreibmeister im Lichte einer digitalisierten Welt
Vortrag von Johann Georg Maierhofer, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Der Kalligraf Johann Georg Maierhofer stellt das Regensburger Schreibmeisterbuch des Georg Heinrich Paritius (1675-1725) vor. Sie erfahren, warum Sie sich kein X für ein U vormachen lassen sollen, wie man Fraktur miteinander redet und bekommen Einblicke in die Bedeutung der Handschrift für das persönliche Wohlbefinden.

Eintritt frei. Der Vortrag findet im Rahmen des kulturellen Jahresthemas der Stadt Regensburg "Fingerspitzengefühl“ statt.
Georg Heinrich Paritius, Ausschnitt aus einem zeitgenössischen Kupferstich von Wolfgang Philipp Kilian (Repro: Georg Maierhofer)
Mittwoch 14.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Neues aus Kumpfmühl

Die Neolithische Revolution in der Oberpfalz
Vortrag von Prof. Dr. Thomas Saile, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

In der Geschichte der Menschheit gab es Brüche, die Welt und Mensch grundlegend veränderten. Die Erfindung von Ackerbau und Viehzucht sowie die damit verbundene Sesshaftigkeit waren etwas in ihrer Zeit radikal Neues. Diese geistige Gründung führte zu einer Umstülpung aller menschlichen Lebensverhältnisse. In der zweiten Hälfte des 6. Jahrtausends v. Chr. wird das südliche Mitteleuropa von dieser grundstürzenden Veränderung erfasst. Eine linienbandkeramische Siedlung in Kumpfmühl führt in die Zeit der Neolithischen Revolution zurück, die den Übergangsprozess von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise markiert. Dabei stellt die Linienbandkeramische Kultur den nordwestlichen Ausläufer eines Transformationsprozesses dar, der im 10. Jahrtausend v. Chr. im Fruchtbaren Halbmond seinen Ursprung nahm.

Eintritt frei.
Bandkeramische Landschaft (Foto: van Wijk u.a. 2014 / Thomas Saile)
Sonntag 15.11.
18:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Elisabeth, Herzogin in Bayern und Kaiserin von Österreich

Gesichter einer Frau
Lesung von Dr. Marita A. Panzer, Regensburg
Ort: Alteglofsheim, Schloss Alteglofsheim, Am Schloßhof 1, Kaisersaal

Elisabeth, genannt Sisi, wird zumeist als Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn wahrgenommen. Ihre bayerische Herkunft rückt dabei weitgehend in den Hintergrund. Obwohl durch Heirat eine Habsburgerin, bleibt sie doch eine Prinzessin aus dem Hause Wittelsbach. Dr. Marita A. Panzer stellt in ihrer neuen Biografie Elisabeth daher als Herzogin in Bayern besonders heraus. Sie zeigt sie im Rahmen ihrer Familie, ihr Aufwachsen in München und Possenhofen sowie die lebenslange Verbundenheit mit ihrer bayerischen Heimat. Dabei kommen alle Aspekte ihres Lebens zum Tragen: So werden die vielen Gesichter dieser Frau, dieser Widerstrebenden, Überforderten, Fliehenden, Gescheiterten und Tragischen, aber auch Romantischen, Mutigen und Populären, aufgezeigt.

Eintritt frei. Ein Angebot in Zusammenarbeit mit dem Kulturforum Schloss Alteglofsheim e. V.
Elisabeth, Herzogin in Bayern und Kaiserin von Österreich (Foto: Wikimedia Commons)
Mittwoch 09.12.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Bischofsamt im Nationalsozialismus

Erzbischof Michael Buchberger und das Dritte Reich
Vortrag von Dr. Walter Huber, Münster
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Zu den prägenden Bischöfen Bayerns vor dem Zweiten Vatikanum gehörte Dr. Michael Buchberger. Von 1928 bis 1961 stand er der Diözese Regensburg vor. Fokussiert auf die Jahre 1933 bis 1945 möchte der Vortrag – interessiert an Kausalitäten – u. a. folgenden Fragen nachgehen: Welche Zeitdiagnose stellte der Bischof auf? Welche pastoralen und kirchenpolitischen Präferenzen wies sein Agieren auf und welche Taktiken standen dahinter? Wo kam es zu Auseinandersetzungen mit den nationalsozialistischen Machthabern oder wo gab es vielleicht sogar Konsens? Wie arbeitete der Bischof das Thema „Nationalsozialismus und Kirche“ nach 1945 auf? Der Vortrag bietet neue Perspektiven auf einen kirchlichen Verantwortungsträger in bayerischer Monarchie, Weimarer Republik, NS-Diktatur, Besatzung und Bonner Republik.

Eintritt frei. Ein Angebot in Zusammenarbeit mit dem Verein für Regensburger Bistumsgeschichte e. V.
Bischof Dr. Michael Buchberger in den 1930er Jahren (Repro: Walter Huber)