Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Das Programm

Das Veranstaltungsprogramm des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg erscheint halbjährlich auch in gedruckter Form. Die aktuelle Broschüre können Sie hier  herunterladen.

Mittwoch12.01.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Otnant

Katholische Kirchenneubauten zwischen 1900 und 1930 in der nördlichen Oberpfalz im Zuge der Auflösung der Simultaneen

Online-Vortrag von Bernhard Fuchs M.A., Pressath

Seit der Einführung des Simultaneums 1663 im Herzogtum Sulzbach bot die gemeinsame Nutzung der Kirchen in der Sulzbacher und Weidener Gegend durch Katholiken und Protestanten ständig Anlass zu konfessionellen Streitigkeiten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden deshalb viele dieser Simultaneen aufgelöst und zumeist durch die katholische Seite neue Kirchenbauten errichtet. Den Anfang machte die Stadt Weiden, in der um 1900 am Rande der Altstadt die neuromanische Kirche St. Josef entstand, deren Innenausstattung ein Hauptwerk des sakralen Jugendstils in Bayern ist. Es folgten in der Region um Weiden zahlreiche Neubauten in verschiedenen Architekturstilen, die meist deutlich größer als die alte Simultankirche den Geltungsanspruch der katholischen Kirche zeigen wollten. Die Vielzahl der Baustile und die Vorgänge bei der Auflösung der Simultaneen stehen im Vordergrund des digitalen Vortrages.

Die Zoom-Einwahldaten werden Ende Dezember an dieser Stelle unter www.hvor.de/programm/otnant online bekannt gegeben.

Teilnahme kostenlos.
Blick auf Püchersreuth mit der alten Simultankirche rechts und der neuen katholischen Kirche links im Bild (Foto: Bernhard Fuchs)
Mittwoch19.01.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

„Der philosophische Altertumsforscher steigt in die düstern Wohnungen des Todes hinab.“

Der Benediktinerpater Bernhard Stark und die Entdeckung des Großen Gräberfeldes in Regensburg am Beginn des 19. Jahrhunderts
Vortrag von Prof. Dr. Gerhard H. Waldherr, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Leidenschaftliche Neugier und brennender wissenschaftlicher Ehrgeiz, das sind die Triebfedern für Bernhard Stark bei seinen umfänglichen Aktivitäten zur Erforschung des römischen Regensburgs. Dabei setzt der ehemalige Conventuale des Reichsklosters St. Emmeram und spätere Konservator des königlichen Antiquariums in München sowohl bei der archäologischen Feldforschung wie auch der lateinischen Epigraphik neue Maßstäbe, die heute noch als wegweisend für die Wissenschaft gelten können. Bernhard Stark verdanken wir auch die ersten Erkenntnisse zum großen zentralen Bestattungsplatz der Römer südlich des ehemaligen Legionslagers.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Ausschnitt aus einer kolorierten Skizze der Grabungsaktivitäten Stark während des Winters 1807/08 im Bereich der Kumpfmühlerstraße (Foto: Staatsarchiv Amberg)
Dienstag25.01.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Amberger Neugier - Eine Höhlenbegehung im Jahr 1535

Vortrag von Dr. Andreas Erb, Amberg
Ort: Amberg, Rathaus, Marktplatz 11, Großer Rathaussaal

Höhlen aufzusuchen, gilt heute als Freizeitvergnügen. Die 25 Amberger, die sich vor fast 500 Jahren auf den Weg in eine Höhle bei Breitenwinn machten, fürchteten eine enge und dunkle Welt  voller Geister und Abgründe – hofften aber auch auf Schätze und Entdeckungen. Der Referent begibt sich auf die Spuren dieser Expedition und schildert ihr Nachleben an der Schwelle von mittelalterlicher Religiosität zu neuzeitlicher Entdeckerlust.

Anmeldung erforderlich unter stadtarchiv@amberg.de oder 09621/10-1821.

Eintritt frei.
Titelseite zur Beschreibung der Höhlenbegehung (Foto: Stadtarchiv Amberg)
Dienstag08.02.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Beiträge zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters Aldersbach

Präsentation des Tagungsberichts
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Am 1. und 2. Oktober 2020 fand in Aldersbach eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich mit Fragestellungen zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters auseinandersetzte. Die Organisatoren Robert Klugseder und Bernhard Lübbers, beide ausgewiesene Spezialisten der Aldersbacher Klostergeschichte, konnten als Vortragende weitere 18 renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewinnen. Anlass der Tagung war das 900-Jahrjubiläum der Klostergründung durch Augustinerchorherren, die um das Jahr 1120 stattfand.

Nachdem die Zisterziensermönche im Jahr 1146 das Kloster der Augustinerchorherren übernommen hatten, wirkten sie über 650 Jahre sehr erfolgreich im unteren Vilstal. Das Kloster war eine kulturelle Hochburg in Niederbayern, wo es zu den bedeutendsten Abteien gehörte. Die Prälaten von Aldersbach besaßen seit der Mitte des 15. Jahrhunderts das Recht der Pontifikalien, waren in der Landschaft vertreten und immer wieder auch als Visitatoren der Bayerischen Zisterzienserkongregation tätig. In Aldersbach wurde über Jahrhunderte hinweg nicht nur das Opus Dei gefeiert, sondern im Besonderen auch die Wissenschaften und die Künste gepflegt. Zudem war das Kloster ein bedeutender Wirtschaftsbetrieb (Land-, Forst- und Weinwirtschaft, Brauerei).

Die Forschung ist heute in der glücklichen Lage, über eine große Anzahl an Dokumenten zu verfügen, die über die mittelalterliche Geschichte Aldersbachs Auskunft geben können. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv ist im Besitz des ehemaligen Aldersbacher Klosterarchivs mit zahlreichen Urkunden, Amtsbüchern und anderem Archivmaterial. In der Bayerischen Staatsbibliothek sind zudem an die 300 mittelalterliche Handschriften aus Aldersbach erhalten. Die Tagung bot zum ersten Mal die Möglichkeit, Forschungsfragen zu Aldersbach interdisziplinär im Kreis von Spezialistinnen und Spezialisten zu präsentieren und zu diskutieren. Der vorzustellende Tagungsbericht wird für eine angemessene Sichtbarkeit und Rezeption der Forschungsergebnisse sorgen. Der Band erschien in der angesehenen Reihe „Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens“, herausgegeben von der historischen Sektion der bayerischen Benediktinerakademie, als 55. Ergänzungsband (EOS Editions Sankt Ottilien).

Vorträge:
Robert Klugseder: 900 Jahre Kloster Aldersbach. Neue Erkenntnisse und digitale Forschungsmethoden
Bernhard Lübbers: Die ältesten Aldersbacher Rechnungen und ihr Quellenwert

Anmeldung erforderlich (bitte bis zum 01. Februar 2022) unter susanne.ehrich@ur.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung des Mittelalterzentrums der Universität Regensburg "Forum Mittelalter" in Kooperation mit der Österreichische Akademie der Wissenschaften und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Ausschnitt aus der Titelseite des neuen Tagungsbandes (Foto: EOS-Verlag)
Dienstag08.02.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Auf den Spuren der Montangeschichte im Amberg-Sulzbacher Raum

Ort: Amberg, KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3

Unter Federführung von Tanja Weiß, der Vorsitzenden des Stiber-Fähnleins, entstanden 2021 zwei Filme von Studenten der OTH zur Montangeschichte unserer Region. Ein Film betrifft primär den Bergbau in Sulzbach-Rosenberg, ein weiterer Film die Weiterverarbeitung der gewonnen Brauneisenerze und des daraus gewonnenen Eisens.

Anmeldung erforderlich unter geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de.

Eintritt frei.
Das Mundloch des Theresienstollens des Amberger Brauneisenerzbergbaus (Foto: Bergbau-und Industriemusuem Theuern)
Freitag18.02.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Schwandorf

Oberpfälzer Küche im 18. Jahrhundert

Der „Speißmeister“ des Ensdorfer Benediktiners Odilo Schreger
Vortrag von Alfred Wolfsteiner, Schwarzhofen
Ort: Oberviechtach, Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, Mühlstraße 7

Der Ensdorfer Benediktiner Odilo Schreger (1697 – 1774) gehört zu den erfolgreichsten geistlichen Autoren des 18. Jahrhunderts. In seinem „Speißmeister“ listet er nicht nur umfassend die verschiedenen Produkte der Oberpfälzischen Küche, sondern informiert auch über deren gesundheitliche Wirkung. Außerdem setzt er sich kritisch mit Ess- und Trinkgewohnheiten der Zeit auseinander. Eine amüsante historische Reise in die Küche des 18. Jahrhunderts.

Anmeldung erforderlich unter eisenbarthmuseum@online.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Oberviechtach e.V.
Titelblatt der zweiten Auflage des "Speismeister" von 1778 (Foto: Alfred Wolfsteiner)
Mittwoch23.02.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Spektakuläres und Alltägliches: Archäologie in Stadt und Landkreis Regensburg

Vortrag von Dr. Lutz Dallmeier, Dr. Ruth Sandner, Dr. Johannes Sebrich und Dr. Christoph Steinmann, alle Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Gebaut wird immer, trotz der Lockdowns. Ausgegraben wird dabei auch immer wieder Neues. Manches Ergebnis ist eher alltäglich für die Archäologie, aber dafür nicht minder wichtig. Andere Funde und Befunde sind eher spektakulär. Im Vortrag berichten die für Regensburg und Umland zuständigen Dekmalpflegerinnen und Denkmalpfelger von ihren persönlichen Highlights während der Corona-Zeit.
Ein für Süddeutschland einzigartiger Fund stammt zum Beispiel aus Köfering. Selbst im europäischen Kontext finden sich nur wenig Parallelen zu dem Grab der Glockenbecherkultur, das vor dem Bau der neuen R30 entdeckt worden ist. Der Grabbau mit hölzerner Grabkammer in einem Hügel ist aufwändig, aber vor allem die Beigaben sind auffällig zahlreich für diese Epoche vor etwa 4.500 Jahren: Zehn reich dekorierte Gefäße, elf fein gearbeitete Pfeilspitzen, mehrere verzierte Knochenpfrieme und vier Armschutzplatten aus Stein. Diese flachen bis leicht gebogenen Steinplatten wurde speziell zugeschliffen und durchbohrt, um am Unterarm getragen zu werden, um diesen vor dem Zurückschnellen der Bogensehne zu schützen.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Glockenbecher, Pfeilspitzen und Armschutzplatten aus dem Grab von Köfering (Foto: BLfD)
Sonntag20.03.
14:00 Uhr
Regionalgruppe Schwandorf

WAA Wackersdorf – Die Anfänge des Widerstands

Teil 1: 1981-1983
Vortrag von Wolfgang Nowak, Schwandorf
Ort: Schwarzhofen, Rathaus, Marktplatz 1, Sitzungssaal

Anfangs der 1980er-Jahre geriet die Oberpfalz ins Visier der Atomindustrie. Hier sollte schließlich im Raum Wackersdorf eine Wiederaufbereitungsanlage (WAA) für abgebrannte Kernbrennstäbe entstehen. Bald regte sich Widerstand, Bürgerinitiativen entstanden und die Oberpfalz wurde in der Auseinandersetzung um die WAA bundesweit ein Begriff.

Anmeldung erforderlich unter alfred.wolfsteiner@gmx.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturförderkreis Schwarzhofen
Ausschnitt aus einem Aufruf zur Großdemonstration gegen die WAA (Foto: Alfred Wolfsteiner)
Sonntag27.03.
09:20 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Neuanfänge: Heimatvertriebene in Bayern - Besuch der Synagoge in Regensburg

Führungen von Dieter Weber, Regensburg, und Dieter Dörner, Amberg
Treffpunkt: Amberg, Bahnhofshalle

Dort, wo sich der anlässlich der Pogromnacht 1938 zerstörte Tempel der jüdischen Gemeinde Regensburgs befand, entstand die Neue Synagoge als Zeichen neu erweckten jüdischen Lebens. Dieter Weber, Leiter des Fördervereins „Neue Synagoge“, führt durch diese und berichtet über das Leben der neu erstandenen Gemeinde.

Nach einer 90-minitügen Mittagspause besuchen wir in der Bavariathek des Hauses der Bayerischen Geschichte die Sonderausstellung „Neuanfänge“. Flucht, Vertreibung und Integration ist das Thema der Ausstellung. Die Integration von 2 Millionen Vertriebenen und Flüchtlingen war für Bayern eine der größten Herausforderungen in jüngster Zeit.

Anmeldung erforderlich unter geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de.

Teilnahmegebühr: 25 Euro (beinhaltet Fahrt, Eintritt und Führung im Museum der Bayerischen Geschichte). Die Führung in der Synagoge ist kostenlos, es wird um eine Spende gebeten.
Auf der Flucht (Foto: Haus der Bayerischen Geschichte)
Sonntag27.03.
10:00 Uhr
Regionalgruppe Cham

Krankheit, Elend und Genesung

Die Entwicklung des Pflege- und Gesundheitswesens der Stadt Cham
Führung von Dr. Wolfgang Schoyerer, Cham
Ort: Cham, Museum SPUR/ehemaliges Armenhaus der Stadt Cham, Schützenstraße 7

Kaum einer von uns kann sich vorstellen, dass einst die Bader den Ärzten und Apothekern vorgezogen wurden und das Vieh wertvoller war, als die eigene Gesundheit. Und dennoch gab es sie, diese vermeintlich "gute alte Zeit", in der die medizinische Versorgung mehr einem Provisorium als einem Gesundheitswesen nach heutigem Verständnis glich. Gerade deshalb möchten wir mit der Stadtführung "Krankheit, Elend und Genesung" an die Entwicklung des Pflege- und Gesundheitswesens der Stadt Cham erinnern. Lässt sich doch dieser Fortschritt auch nach wie vor an etlichen Gebäuden ablesen. Aktuell wird mit den Neubauplanungen des Seniorenheims St. Michael ein weiterer Meilenstein in dieser langen Tradition gesetzt. Kommen sie also mit und begleiten sie die am Museum SPUR startende Führung, welche uns bis hin zum Studienheim St. Josef am Fuße des Kalvarienbergs führt.

Anmeldung erforderlich unter 0176/21549993. Die Veranstaltung findet auch bei schlechtem Wetter statt.

Teilnahme kostenlos.
Reservelazarett im Chamer Redemptoristenkloster (Foto: Florian Gruber)
Hauptverein Regensburg

Der Band „Regensburg“ in der Reihe „Die deutschen Königspfalzen“

Buchpräsentation
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Der von Prof. Dr. Peter Schmid bearbeitete dritte Teilband zu den Königspfalzen in Altbayern (Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, Bd. 5: Bayern, Teilband 1,2: Altbayern, Regensburg) dokumentiert die fast 200 nachweisbaren königlichen Aufenthalte in Regensburg, einem der bedeutendsten Zentralorte Bayerns, zwischen Karl dem Großen im Oktober 788 und Konrad IV. im Dezember 1250 sowie die zahlreichen Versammlungen lokalen Charakters innerhalb der Stadt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Residenzen am Ort sowie dessen Entwicklung aus römischen Wurzeln dargestellt. Der Band beinhaltet grundsätzliche Erkenntnisse zur Funktion Regensburgs für das ostfränkisch-deutsche Königtum, von der Entwicklung des Ortsnamens, der Genese der Königs-, Herzogs- und Bischofspfalz über die archäologischen Ergebnisse und der Auswertung aller erzählenden Quellen, welche die königlichen Aufenthalte darstellen, bis hin zu einer umfassenden Auswertung dieser auf Quellen und Überresten basierenden Befunde. Dieses grundlegende Werk zur Geschichte Regensburgs im Mittalter soll hier einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Ausschnitt aus dem Titel des neuen Bandes (Foto: Vandenhoeck & Ruprecht)