Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Das Programm

Das Veranstaltungsprogramm des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg erscheint halbjährlich auch in gedruckter Form. Die aktuelle Broschüre können Sie hier  herunterladen.

Regionalgruppe Otnant

Die Wüstung Harpfersreuth – ein leuchtenbergisches Lehen im Steinwald

Geländeführung von Erich Schraml, Fuchsmühl
Treffpunkt: Wanderparkplatz am Weissenstein an der Staatstrasse 2121 (Friedenfels - Poppenreuth)

Die heutige Wüstung Harpfersreuth liegt im Kernbereich der ehemals nothafftischen Herrschaft Weissenstein. Heute gehört das Gebiet zum Gutskomplex des Freiherrn Eberhard von Gemmingen. Die Exkursion soll zum einen die Möglichkeit bieten, die Ortslage der Wüstung (Wegesituation, Terrainverhältnisse etc.) zu interpretieren, da die heutige Staatsstrasse 2121 von Friedenfels nach Poppenreuth die historischen Gegebenheiten visuell verfälscht und zum anderen die Besonderheit eines ehemals leuchtenbergischen Lehens innerhalb des nothafftischen Herrschaftsbereichs zu beleuchten. Kartenmaterial und eine Zusammenstellung der historischen Daten werden als Handout bereitgestellt. Der genaue Termin der Führung wird Anfang Oktober bekannt gegeben.

Anmeldung erforderlich unter rg.otnant@gmail.com.

Teilnahme kostenlos.
Flurstück "Harpfersreuth" im Steinwald (Foto: Erich Schraml)
Sonntag03.10.
14:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Der Sulzbacher Judenfriedhof

Führung von Dieter Dörner, Amberg
Treffpunkt: Sulzbach-Rosenberg, Parkplatz Sportpark, Schießstätte 29

Zurückgehend auf das 17. Jh. ist der Sulzbacher Judenfriedhof nach dem Sulzbürger der älteste bestehende Altbayerns. Wie bei allen alten Judenfriedhöfen ist die Anlage typisch für den Kompromiss der politischen Gemeinde und den religiösen Bedürfnissen der Juden. Die Gemeinde wollte kein wertvolles Ackerland zur Verfügung stellen, die Juden suchten einen Ort ewiger Ruhe, weitab menschlicher Siedlung. Der Sulzbacher Judenfriedhof dokumentiert aber auch die Entwicklung vom orthodoxen zum liberalen Judentum. Fast 70 Jahre war er auch Begräbnisstätte der Amberger Juden. 1657 fand hier die erste, 1936 die letzte Bestattung statt. Die Führung thematisiert jüdisches Bestattungswesen und die Geschichte des Sulzbacher Judenfriedhofs.

Anmeldung erforderlich unter info@keb-amberg-sulzbach.de oder 09621/475520. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, Herren bitte mit Kopfbedeckung.

Teilnahme kostenlos. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V.
Gräber aus dem 18./19.Jahrhundert (Foto: Dieter Dörner)
Mittwoch06.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Das Schottenportal der Regensburger Kirche St. Jakob

Baugeschichte – Bedeutung – Ikonographie – denkmalpflegerische Probleme
Vortrag von Prof. Dr. Achim Hubel, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Das Schottenportal aus dem 3. Viertel des 12. Jahrhunderts ist das aufwendigste und figurenreichste Portal der Romanik in Deutschland. Da es sich um eine in Deutschland einzigartige romanische Bilderwand handelt, ist zu fragen, welche Vorbilder die Auftraggeber in anderen Ländern gesehen hatten. Eine Besonderheit ist auch die ungewöhnliche Bautechnik, in der das Portal errichtet wurde. Viele Hypothesen sind zu der Frage aufgestellt worden, was das umfangreiche Skulpturenprogramm dem Betrachter vermitteln will. Welche Interpretation kann aus heutiger Sicht überzeugen? 1994 wurde zum Schutz des gefährdeten Portals eine Vorhalle aus Glas errichtet, die jedoch weitere Schäden nicht verhindern konnte. Am schlimmsten ist die schwarze Gipskruste auf der Oberfläche des Portals, welche die Diffusion der Feuchtigkeit aus dem Stein heraus verhindert, so dass durch Salz- und Frostsprengung die empfindliche Oberfläche der Skulpturen schwer beschädigt wird. Was kann man heute dagegen tun?

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de

Eintritt frei.
Das Schottenportal in Regensburg (Foto: Gerald Richter)
Donnerstag07.10.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Vor 25 Jahren: Landesgartenschau Amberg

Vortrag von Dieter Dörner, Amberg
Ort: Amberg, Rathaus, Marktplatz 11, Großer Rathaussaal

Am 6. Oktober vor 25 Jahren schloss die Landesgartenschau in Amberg ihre Tore. Es war bis dahin die größte jemals in Bayern stattgefundene Landesgartenschau, und wir sagen natürlich auch die schönste. Wir machen nicht nur einen bebilderten Spaziergang durch die Landesgartenschau, Sie erfahren auch, wie es dazu kam, welche Voraussetzungen zu erfüllen waren, wie das Gelände einst beschaffen war usw.

Anmeldung erforderlich unter vhs@amberg.de oder 09621/10-1238 bzw. -1868.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Amberg und der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V.
Die Kathedrale der Amberger Patenstadt Périgueaux (Foto: Dieter Dörner)
Samstag09.10.
14:00 Uhr
Regionalgruppe Schwandorf

Siedlungsgeschichtliche Wanderung bei Enzenrieth

Führung von Lorna Simone Baier, Schwandorf
Treffpunkt: Wanderparkplatz an der NEW 30 zwischen Pirk und Hochdorf

Der Höhenzug zwischen Pirk und Enzenrieth hat in der Geschichte vielmals eine wichtige Rolle gespielt. Er war nicht nur Teil der Letzauer Straße, einer Nebenverbindung im System der Goldenen Straße, sondern wohl auch frühzeitlich besiedelt. Bei der Wanderung werden Spuren und Überreste davon gezeigt und erläutert.

Für die gut 7 Kilometer lange Strecke, die auf verschiedenen Wegarten verläuft, sind neben wetterangepasster Kleidung zwingend feste Schuhe notwendig. Auch sollte an ausreichend Getränke gedacht werden. Die Rückkehr wird für etwa 17 Uhr anvisiert.

Anmeldung erforderlich unter info@vhs-weiden-neustadt.de.

Teilnehmerbeitrag: 12 Euro. Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Volkshochschule Weiden-Neustadt
Pirk im Jahre 2012 (Foto: Alois Köppl, Gleiritsch - http://online-2000.de)
Mittwoch13.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

„Seid guten Mutes, Galilei, und tretet hervor.“

Kepler und Galilei: Der spannungsvolle Briefwechsel zweier Himmelsstürmer
Vortrag von Thomas de Padova, Berlin
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Im Jahr 1609 durchbrechen zwei grundverschiedene Forscher die Grenzen der bekannten Welt: Johannes Kepler entdeckt die Planetengesetze, Galileo Galilei schaut mit dem Fernrohr zum Mond und den Sternen. Der deutsche Astronom, leidenschaftlich am wissenschaftlichen Dialog interessiert, schreibt schwärmerische Briefe nach Italien. Die unterschiedlichen Reaktionen darauf werfen ein helles Licht auf Formen der Kooperation und Konkurrenz in der neuzeitlichen Wissenschaft.

Anmeldung erforderlich unter kulturportal@regensburg.de oder 0941/507-7418.

Eintritt frei. Ein Angebot des Kulturreferats der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg zum städtischen Jahresthema „Nahsicht“
Galileo Galilei 1624 (Foto: Wikimedia Commons)
Sonntag17.10.
10:00 Uhr
Regionalgruppe Cham

Auf den Spuren des Chamer Stadtschlosses

Vom landesherrlichen Sitz zum Brauereigebäude
Führung von Florian Gruber M.A., Cham
Ort: Cham, Biertor/Höchstetterbrauerei, Meranweg

Für jeden sichtbar und dennoch verborgen - so oder so ähnlich könnte man die bauliche Entwicklung der Höchstetterbrauerei umschreiben, welche ursprünglich den Sitz des Chamer Pflegers beherbergte. Oder hätten Sie z. B. gedacht, dass es in dem Gebäude Bereiche gibt, welche bis ins frühe 15. Jahrhundert zurückreichen? Wohl eher nicht! Selbst die Brandschatzung der Stadt Cham im Österreichischen Erbfolgekrieg durch Franz Freiherr von der Trenck lässt sich auch heute noch klar und deutlich an den Mauern ablesen, wobei dieser Abschnitt der Chamer Stadtgeschichte maßgeblich für das heutige Aussehen der ehemaligen Brauerei verantwortlich ist. Lassen Sie sich also davon überraschen, was das spannende Objekt noch alles zu bieten hat. Laufen wir doch gerade Gefahr, dieses wertvolle Zeugnis aus vergangener Zeit durch einen drohenden Abbruch für immer zu verlieren.

Anmeldung erforderlich unter 0176/21549993. Die Anzahl der Führungen richtet sich nach den Anmeldungen. Treffpunkt am Wicki-Wäldchen. Die Veranstaltung findet auch bei schlechtem Wetter statt.

Teilnahme kostenlos.
Die Brauerei Höchstetter/ehemaliges Stadtschloss am Chamer Meranweg (Foto: Uschi Gillitzer)
Dienstag19.10.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Amberg

1700 Jahre Juden in Deutschland - 1000 Jahre Juden in der Oberpfalz

Vortrag von Dieter Dörner, Amberg
Ort: Amberg, Gesellschaftsraum der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg, Salzgasse 5

Belegt ist die Anwesenheit von Juden in Amberg seit 1034: In dieser Urkunde ist u.a. vom Zoll, vom Handel, von der Schiff fahrt die Rede. Sicher war Eisen Transportgut auf Vils und Naab, wahrscheinlich auch Salz. Für Eisen war Regensburg Umschlagplatz, und für den Fernhandel waren Juden prädestiniert. Mit den Kreuzzügen kamen die Verfolgungen und Restriktionen, d.h. seit der Vertreibung der Juden aus der Oberpfalz 1391 – Regensburg war ja exterritorial – durften 470 Jahre hier keine Juden mehr siedeln. Doch es kam anders! Trotz aller Verbote gab es hier bei Schaffung des modernen Bayern vor gut 200 Jahren vier jüdische Gemeinden. Der Vortrag ist ein Streifzug durch 1000 Jahre jüdischer Geschichte in der Oberpfalz.

Anmeldung erforderlich unter info@keb-amberg-sulzbach.de oder 09621/475520.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde Amberg, der Volkshochschule Amberg, der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V. und dem Evangelischen Bildungswerk Oberpfalz e.V.
Blick auf den Thoraschrein der Amberger Synagoge (Foto: Dieter Dörner)
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Das 500jährige Reformationsjubiläum in Beratzhausen

Im Kampf um Glaubensfreiheit und Toleranz - Die Familie der Stauffer zu Ehrenfels als Wegbereiter des Luthertums

Vor rund 500 Jahren – Anfang der 1520er Jahre – wurde Beratzhausen zu einem Brennpunkt der Reformation. Das hier ansässige Rittergeschlecht der Stauffer zu Ehrenfels führte in seiner Herrschaft frühzeitig das Luthertum ein und installierte damit in der Pfarrei Beratzhausen eine der ersten evangelischen Gemeinde im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Mehrere Mitglieder dieser Familie unterstützten in den folgenden Jahrzehnten mit großem persönlichen Engagement die Verbreitung der neuen Lehre. Vor allem die Stauffertochter Argula von Grumbach wurde berühmt in ihrem Kampf um religiöse Toleranz. Sie war die erste evangelische Publizistin im Alten Reich.

Freitag, 22.10.21, Regensburg, Obermünsterstr. 9 (Treffpunkt)
15:00 Uhr - Dr. Rosa Micus, Regensburg: Das Freihaus der Stauffer zu Ehrenfels in Regensburg und das evangelisches Leben in der Reichsstadt zwischen 1522 und 1570 (Führung)

Samstag, 23.10.21, Beratzhausen, Zehentstadel, Paracelsusstraße 29
13:30 Uhr - Dr. Christine Riedl-Valder, Beratzhausen: Die Ausstellung „Das 500jährige Reformationsjubiläum in Beratzhausen“ (Führung)
14:00 Uhr - Symposion: Im Kampf um Glaubensfreiheit und Toleranz – Die Familie der Stauffer zu Ehrenfels als Wegbereiter des Luthertums (Begrüßung: Matthias Beer, 1. Bürgermeister Markt Beratzhausen, Vertreter/Vertreterin der Evangelischen Gemeinde Hemau-Nittendorf, Dr. Thomas Feuerer, 1. Vorsitzender Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg; Moderation: Dr. Christine Riedl-Valder, Beratzhausen)

Vorträge
14:30 Uhr - Dr. Werner Chrobak, Sinzing: Die Einführung der Reformation in Beratzhausen und ihr Einfluss auf das Regensburger Reformationsgeschehen vor dem Hintergrund der wittelsbachischen Kirchenpolitik
15:00 Uhr - Dr. Manfred Jehle, Berlin: Die Konfessionspolitik der Freiherren von Stauff im Vergleich mit dem Reformations­geschehen in fränkischen Territorien
15:30 Uhr - Prof. Dr. Diethard Schmid, Regensburg: Die Stauffer zu Ehrenfels in Sünching und die Reformation
16:00 Uhr - Fragerunde/Diskussion, anschließend Kaffeepause
16:45 Uhr - Dr. Hermann Reidel, Regensburg: Anna von Stauff - „weibs person von göttlicher Schrift“. Die reformatorische Hofmarksherrin von Köfering
17:15 Uhr - Dr. Marita A. Panzer, Regensburg: „Die Mägdlein bekommen ihre Blumen“ – Frauenleben an der Schwelle zur Neuzeit
17:45 Uhr - Diskussion
18:00 Uhr - Dr. Rosa Micus, Regensburg: Die Regensburger Schulmeisterin Magdalena Heymair (um 1535 – 1586) und ihre Lieddichtungen. Ein Beitrag zum Bildungswesen in der frühen Neuzeit (mit Gesangseinlagen des Ensemble Kulturgarten Regensburg e.V. mit Sängerinnen der Regensburger Kantorei)

Sonntag, 24.10.21, Beratzhausen, Schlosshof (Treffpunkt)
16:00 Uhr - Dr. Christine Riedl-Valder, Beratzhausen: Auf den Spuren der Stauffer zu Ehrenfels durch Beratzhausen (Führung)

Anmeldung erforderlich unter info@kunstliteratour.com.

Eintritt frei. In Zusammenarbeit mit dem Markt Beratzhausen und der Evangelischen Gemeinde Hemau-Nittendorf
Der ehemalige Staufferhof in Regensburg, ein Treffpunkt der Protestanten in der Reichsstadt. Federzeichnung 1885 (Museen der Stadt Regensburg, Inv.Nr. HV 730, Foto: Michael Preischl)
Mittwoch27.10.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Kepler und die Astrologie: Ein schwieriges Verhältnis

Vortrag von Prof. Dr. Günther Oestmann, TU Berlin
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Im 16. und noch im beginnenden 17. Jahrhundert nahm die Astrologie in Europa eine zwar nicht unangefochtene, aber doch respektable Stellung ein. Auch Johannes Kepler hat sich zeitlebens mit ihr beschäftigt und gerne wird sein Ausspruch der „hochvernünftigen Astronomia“ zitiert, für deren Lebensunterhalt die Astrologie als „närrische Tochter“ sorgen müsse. Daraus auf eine Ablehnung der Sterndeutung zu schließen, wäre jedoch verfehlt, denn Keplers Einstellung dazu war komplexer Natur und ist vielfach missdeutet worden. Der Vortrag wird Keplers astrologische Praktiken wie auch seine Reformansätze und deren Rezeption behandeln.

Anmeldung erforderlich unter kulturportal@regensburg.de oder 0941/507-7418.

Eintritt frei. Ein Angebot des Kulturreferats der Stadt Regensburg in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg zum städtischen Jahresthema „Nahsicht“
Keplers Horoskop für Wallenstein von 1608 (Foto: Wikimedia Commons)
Hauptverein Regensburg

Des Ortes Kern – von der Wiederentdeckung unserer Mitte

Zweitägiges Symposium mit mehreren Referenten
Ort: Neusath-Perschen, Oberpfälzer Freilandmuseum, Neusath 200, 92507 Nabburg

Aufgrund von ungebremstem Wachstum an den Siedlungsrändern, stark autozentrierter Mobilität und geographisch ausfransenden Freizeit- und Arbeitsmodellen verlieren Ortskerne zunehmend ihre Funktion als soziokulturelles Zentrum der Gemeinden. Durch die Verlagerung des wirtschaftlichen Geschehens an den Ortsrand büßen die Ortskerne überdies ihren früheren ökonomischen Stellenwert ein. Aktuelle Trends wie die Urbanisierung und die Digitalisierung scheinen diese Tendenz zu verstärken. Doch gerade mit ihrem oft historischen Gebäudebestand bieten die Ortskerne die Chance, eine positive Identifikation der Menschen mit ihrem alltäglichen Lebensraum und damit einen Gewinn an Lebensqualität zu erzeugen.

Der Arbeitskreis „Heimat, Deine Bauten“ und das Freilandmuseum Oberpfalz möchten mit diesem Symposium die vielschichtigen Prozesse rund um die Ortsmittelpunkte beleuchten. Mitveranstalter sind das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, der Oberpfälzer Kulturbund sowie der historische Verein für Oberpfalz und Regensburg.

Anmeldung erforderlich unter freilandmuseum@bezirk-oberpfalz.de.

Eintritt frei. Ein Angebot des Arbeitskreises „Heimat, Deine Bauten“ in Kooperation u.a. mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Der Marktplatz in Burglengenfeld im Jahr 1967 (Foto: Erika Groth-Schmachtenberger / Freilandmuseum Oberpfalz)
Donnerstag18.11.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Eine Zeitreise durch 30.000 Jahre Geschichte – vom Paläolithikum zu den Römern

Vortrag von Dr. Hamid Fahimi, ADILO GmbH Parsberg, und Dr. Saman Heydari-Guran, Neanderthal-Museum Mettmann
Ort: Beratzhausen, Zehentstadel, Paracelsusstr. 29

Seit 2016 führt die ADILO GmbH umfangreiche archäologische Untersuchungen auf der Neubautrasse der A 94 zwischen Pocking und Schambach durch. An mehreren Stellen konnten Siedlungsspuren des Jungpaläolithikums, der Bronzezeit, Eisenzeit, römischen Epoche sowie der frühen Neuzeit entdeckt und dokumentiert werden. Die beiden Referenten werden im Rahmen ihrer PowerPoint-Präsentation über die Grabungen, die Befunde und die Funde sprechen.

Anmeldung erforderlich unter info@dolina.de.

Eintritt frei; Spenden erbeten. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Dolina Gesellschaft für Landeskunde e.V. und dem Markt Beratzhausen
Grabungsfunde (Foto: ©ADILO GmbH)
Hauptverein Regensburg

Das Denkmal und sein Dach

36. Regensburger Herbstsymposion für Kunst, Geschichte und Denkmalpflege
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

„Das Denkmal und sein Dach“, so lautet der Titel des diesjährigen Regensburger Herbstsymposions für Kunst, Geschichte und Denkmalpflege. Die Referenten beschäftigen sich zwei Tage intensiv mit der Dachlandschaft Regensburgs und Umgebung im Wandel der Zeit. Geplant sind unter anderem Vorträge zum mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Dachziegel, über die Veränderung der verschiedenen Baumaterialen und die Geschichte der Dächer und Dachdeckung im 17. und 18. Jahrhundert, bis hin zum „Wohnen im Dach“ sowie zur aktuellen rechtlichen Lage im Hinblick auf Sicherheit und Gefahren. Ein Praxisbericht über das Tragwerk und die statische Sanierung von St. Oswald runden das Programm ab.

Die Tagung ist derzeit als Präsenzveranstaltung kombiniert mit einer Übertragung der Vorträge ins Internet geplant. So möchten die Veranstalter es trotz den geltenden Corona-Regeln einer möglichst großen Zahl an Zuhörern ermöglichen, am Symposion teilnehmen zu können. Der traditionelle abendliche Festakt und die Exkursionen werden auch in diesem Jahr wegen der Pandemie nicht stattfinden können.

Genaue Informationen rund um die Veranstaltung und das Programm gibt es Anfang November auf der Internetseite des Amtes für Archiv und Denkmalpflege unter www.regensburg.de/herbstsymposion. Dort sind derzeit noch die Filme von den Beiträgen des Symposions 2020 zu sehen. Der Tagungsband mit den gesammelten Vorträgen von 2020 zum Thema „Zwischen den Kriegen – Städtebau, Architektur und Kunst im Regensburg der Zwanziger- und Dreißigerjahre des 20. Jahrhunderts“ wird beim diesjährigen Symposion vorgestellt.

Anmeldung erforderlich unter beer.jasmin@regensburg.de oder 0941/507-2455.

In Zusammenarbeit mit: Stadt Regensburg (Amt für Archiv und Denkmalpflege), Bistum Regensburg (Fachbereich Kunst- und Denkmalpflege), Heimatpfleger der Stadt Regensburg, Oberpfälzer Kulturbund e. V., Vereinigung Freunde der Altstadt Regensburg e.V.
Dachlandschaft der Regensburger Altstadt (Foto: Stadt Regensburg, Bilddokumentation)
Dienstag23.11.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Der "Winterkönig" - Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz

Vortrag von Dr. Johannes Laschinger, Amberg
Ort: Amberg, KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3

Am 26. August dieses Jahres jährte sich der Geburtstag Kurfürst Friedrichs V. von der Pfalz zum 425. Mal. Dies ist der äußere Anlass, um sich mit einer Gestalt zu beschäftigen, die unter ihrem Schimpf- und Spottnamen Eingang in die Geschichtsbücher fand. Der Vortrag möchte nicht nur Friedrich insgesamt vorstellen, sondern besonders auch auf seine Beziehungen zu Amberg abheben, wo er wahrscheinlich, wenngleich nicht ganz sicher, 1596 das Licht der Welt erblickte. Zumindest getauft wurde er in der Oberpfälzer Regierungs- und Residenzstadt der Pfälzer Kurfürsten. In Amberg traf er wichtige Entscheidungen, wie die zur Annahme der böhmischen Königskrone, die nicht nur für seinen weiteren Lebensweg, sondern für ganz Europa schicksalhaft wurden. Damit wird nochmals an die Landesausstellung des Jahres 2003 angeknüpft, bei der in Amberg wertvolle Exponate zur Geschichte Friedrichs V. und seiner Zeit zusammengetragen wurden. Stationen seines tragischen Lebenswegs behandelt darüber hinaus das „Amberger Welttheater. Herbst des Winterkönigs“.

Anmeldung erforderlich unter geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de.

Eintritt frei.
Kurfürst Friedrich V. (Foto: Stadtmuseum Amberg / Dieter Dörner)
Donnerstag25.11.
13:30 Uhr
Hauptverein Regensburg

Heimatforschung digital

Neue Wege und Einsichten
Online-Tagung mit mehreren Vorträgen

Die COVID-19-Pandemie hat in allen Gesellschaftsbereichen zu einer noch stärkeren Berücksichtigung digitaler Angebote geführt. Auch in der Heimatforschung wurden bereits bestehende Trends weiter verstärkt. Diese bereits vor der Pandemie bestehenden Ansätze, die jetzt weiteren Auftrieb erfahren haben, stehen im Mittelpunkt der Tagung.

Anmeldung bis 19.11. erforderlich unter bezirksheimatpflege@bezirk-oberpfalz.de (den Zugangslink erhalten sie dann zugesandt).

Programm
13:30 Uhr - ­­Begrüßung  
13:40 Uhr - Dr. Bernhard Lübbers, Staatliche Bibliothek Regensburg: Paradiesische Verhältnisse?! Möglichkeiten und Grenzen der Heimatforschung in der Gegenwart 
14:15 Uhr - Julian Schwan, BayernLab Neumarkt i.d.OPf.: Der BayernAtlas 
14:45 Uhr - Dr. Maria Rita Sagstetter, Staatsarchiv Amberg: Präsentationen, Projekte, Portale - Digitale Angebote der Staatlichen Archive Bayerns  
15:15 Uhr - Kaffeepause 
15:30 Uhr - Lorenz Baibl M.A., Stadtarchiv Regensburg: Das Stadtarchiv Regensburg und seine digitalen Angebote  
16:00 Uhr - Florian Sepp M.A., Bayerische Staatsbibliothek: bavarikon 
16:30 Uhr - Dr. Albert Schröder, Universitätsbibliothek Regensburg: EODOPEN 
17:00 Uhr - Dr. Andreas Kuhn, Haus der Bayerischen Geschichte: Die Bavariathek des Hauses der Bayerischen Geschicht
17:30 Uhr - Verabschiedung

Teilnahme kostenlos. Ein Angebot des Arbeitskreises Heimatforschung Oberpfalz zusammen mit dem Arbeitskreis Landeskunde Ostbayern, dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg sowie der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg e.V.
Karten und Ansichten von Regensburg, digital und im Original (Foto: D. Islinger, Staatliche Bibliothek Regensburg)
Donnerstag25.11.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Helden der Demokratie?

Bayern 1920-1923
Musikalisch-szenische Lesung mit Maria Well, Dr. Georg Schulz und Dr. Markus Schmalzl, München und Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Bayern vor einhundert Jahren. Das Land ist gezeichnet vom verlorenen Weltkrieg, von Hunger und Wirtschaftskrise. Zugleich schreiten technischer Fortschritt und Mobilität rasch voran. Derweil versuchen Radikale von links und rechts, der ersten Demokratie auf bayerischem Boden ein schnelles Ende zu bereiten. In einer musikalisch-szenischen Lesung zeichnen Maria Well (NouWell Cousines), Dr. Georg Schulz und Dr. Markus Schmalzl ein historisches Stimmungsbild der Weimarer Krisenjahre in Bayern.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Detail aus einem Regensburger Notgeldschein im Nennwert von 500.000 Mark aus dem Jahre 1923 (Foto: HVOR)
Freitag26.11.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Otnant

Die erstaunlich zahlreichen Stadtbrände im Bezirksamt Eschenbach 1867-1871

Online-Vortrag von Bernhard Fuchs M.A., Pressath

In den Jahren 1867 bis 1871 kam es im Bezirksamt Eschenbach in der nordwestlichen Oberpfalz zu zahlreichen Stadtbränden, die neben der Stadt Eschenbach auch Auerbach, Grafenwöhr und Kirchenthumbach heimsuchten. In Eschenbach folgte beispielsweise auf einen Großbrand 1867 im nächsten Jahr ein deutlich größerer, bald nachdem die Höhe der Spendeneinnahmen aus dem ersten Brand bekannt wurde. Der Vortrag beschäftigt sich sowohl mit den Brandereignissen als auch mit den Wiederaufbaumaßnahmen, die das Ortsbild dieser Städte bis heute prägen.

Die Zoom-Einwahldaten werden im Lauf des November an dieser Stelle unter www.hvor.de/programm/otnant online bekannt gegeben.

Teilnahme kostenlos.
Typische Wiederaufbauarchitektur der Zeit um 1870 am Eschenbacher Stadtplatz (Foto: Bernhard Fuchs)
Dienstag07.12.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Der südliche Altlandkreis Amberg in alten Ansichten

Vortrag von Josef Schmaußer, Ursensollen
Ort: Amberg, KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3

Postkarten waren vor ca. 120 Jahren so modern wie heute E-Mails oder andere digitale Nachrichten. Interessant für den Heimatkundler sind vor allem Aufnahmen, welche ein Bild der Orte in unserem Landkreis vor ca. 130 Jahren vermitteln. Wer besaß zu dieser Zeit schon einen Fotoapparat? Auffällig ist oft auch die teils hervorragende Qualität dieser Druckerzeugnisse. So sind für viele Heimatkundler historische Postkarten ein begehrtes Sammelobjekt.

Anmeldung erforderlich unter geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de.

Eintritt frei.
Ausschnitt aus einer Postkarte aus dem Jahre 1898 (Foto: HVOR)
Mittwoch12.01.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Otnant

Katholische Kirchenneubauten zwischen 1900 und 1930 in der nördlichen Oberpfalz im Zuge der Auflösung der Simultaneen

Online-Vortrag von Bernhard Fuchs M.A., Pressath

Seit der Einführung des Simultaneums 1663 im Herzogtum Sulzbach bot die gemeinsame Nutzung der Kirchen in der Sulzbacher und Weidener Gegend durch Katholiken und Protestanten ständig Anlass zu konfessionellen Streitigkeiten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden deshalb viele dieser Simultaneen aufgelöst und zumeist durch die katholische Seite neue Kirchenbauten errichtet. Den Anfang machte die Stadt Weiden, in der um 1900 am Rande der Altstadt die neuromanische Kirche St. Josef entstand, deren Innenausstattung ein Hauptwerk des sakralen Jugendstils in Bayern ist. Es folgten in der Region um Weiden zahlreiche Neubauten in verschiedenen Architekturstilen, die meist deutlich größer als die alte Simultankirche den Geltungsanspruch der katholischen Kirche zeigen wollten. Die Vielzahl der Baustile und die Vorgänge bei der Auflösung der Simultaneen stehen im Vordergrund des digitalen Vortrages.

Die Zoom-Einwahldaten werden Ende Dezember an dieser Stelle unter www.hvor.de/programm/otnant online bekannt gegeben.

Teilnahme kostenlos.
Blick auf Püchersreuth mit der alten Simultankirche rechts und der neuen katholischen Kirche links im Bild (Foto: Bernhard Fuchs)
Mittwoch19.01.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

„Der philosophische Altertumsforscher steigt in die düstern Wohnungen des Todes hinab.“

Der Benediktinerpater Bernhard Stark und die Entdeckung des Großen Gräberfeldes in Regensburg am Beginn des 19. Jahrhunderts
Vortrag von Prof. Dr. Gerhard H. Waldherr, Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Leidenschaftliche Neugier und brennender wissenschaftlicher Ehrgeiz, das sind die Triebfedern für Bernhard Stark bei seinen umfänglichen Aktivitäten zur Erforschung des römischen Regensburgs. Dabei setzt der ehemalige Conventuale des Reichsklosters St. Emmeram und spätere Konservator des königlichen Antiquariums in München sowohl bei der archäologischen Feldforschung wie auch der lateinischen Epigraphik neue Maßstäbe, die heute noch als wegweisend für die Wissenschaft gelten können. Bernhard Stark verdanken wir auch die ersten Erkenntnisse zum großen zentralen Bestattungsplatz der Römer südlich des ehemaligen Legionslagers.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Ausschnitt aus einer kolorierten Skizze der Grabungsaktivitäten Stark während des Winters 1807/08 im Bereich der Kumpfmühlerstraße (Foto: Staatsarchiv Amberg)
Dienstag25.01.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Amberger Neugier - Eine Höhlenbegehung im Jahr 1535

Vortrag von Dr. Andreas Erb, Amberg
Ort: Amberg, Rathaus, Marktplatz 11, Großer Rathaussaal

Höhlen aufzusuchen, gilt heute als Freizeitvergnügen. Die 25 Amberger, die sich vor fast 500 Jahren auf den Weg in eine Höhle bei Breitenwinn machten, fürchteten eine enge und dunkle Welt  voller Geister und Abgründe – hofften aber auch auf Schätze und Entdeckungen. Der Referent begibt sich auf die Spuren dieser Expedition und schildert ihr Nachleben an der Schwelle von mittelalterlicher Religiosität zu neuzeitlicher Entdeckerlust.

Anmeldung erforderlich unter stadtarchiv@amberg.de oder 09621/10-1821.

Eintritt frei.
Titelseite zur Beschreibung der Höhlenbegehung (Foto: Stadtarchiv Amberg)
Dienstag08.02.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Auf den Spuren der Montangeschichte im Amberg-Sulzbacher Raum

Ort: Amberg, KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3

Unter Federführung von Tanja Weiß, der Vorsitzenden des Stiber-Fähnleins, entstanden 2021 zwei Filme von Studenten der OTH zur Montangeschichte unserer Region. Ein Film betrifft primär den Bergbau in Sulzbach-Rosenberg, ein weiterer Film die Weiterverarbeitung der gewonnen Brauneisenerze und des daraus gewonnenen Eisens.

Anmeldung erforderlich unter geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de.

Eintritt frei.
Das Mundloch des Theresienstollens des Amberger Brauneisenerzbergbaus (Foto: Bergbau-und Industriemusuem Theuern)
Freitag18.02.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Schwandorf

Oberpfälzer Küche im 18. Jahrhundert

Der „Speißmeister“ des Ensdorfer Benediktiners Odilo Schreger
Vortrag von Alfred Wolfsteiner, Schwarzhofen
Ort: Oberviechtach, Doktor-Eisenbarth- und Stadtmuseum, Mühlstraße 7

Der Ensdorfer Benediktiner Odilo Schreger (1697 – 1774) gehört zu den erfolgreichsten geistlichen Autoren des 18. Jahrhunderts. In seinem „Speißmeister“ listet er nicht nur umfassend die verschiedenen Produkte der Oberpfälzischen Küche, sondern informiert auch über deren gesundheitliche Wirkung. Außerdem setzt er sich kritisch mit Ess- und Trinkgewohnheiten der Zeit auseinander. Eine amüsante historische Reise in die Küche des 18. Jahrhunderts.

Anmeldung erforderlich unter eisenbarthmuseum@online.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein Oberviechtach e.V.
Titelblatt der zweiten Auflage des "Speismeister" von 1778 (Foto: Alfred Wolfsteiner)
Mittwoch23.02.
19:00 Uhr
Hauptverein Regensburg

Spektakuläres und Alltägliches: Archäologie in Stadt und Landkreis Regensburg

Vortrag von Dr. Lutz Dallmeier, Dr. Ruth Sandner, Dr. Johannes Sebrich und Dr. Christoph Steinmann, alle Regensburg
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Gebaut wird immer, trotz der Lockdowns. Ausgegraben wird dabei auch immer wieder Neues. Manches Ergebnis ist eher alltäglich für die Archäologie, aber dafür nicht minder wichtig. Andere Funde und Befunde sind eher spektakulär. Im Vortrag berichten die für Regensburg und Umland zuständigen Dekmalpflegerinnen und Denkmalpfelger von ihren persönlichen Highlights während der Corona-Zeit.
Ein für Süddeutschland einzigartiger Fund stammt zum Beispiel aus Köfering. Selbst im europäischen Kontext finden sich nur wenig Parallelen zu dem Grab der Glockenbecherkultur, das vor dem Bau der neuen R30 entdeckt worden ist. Der Grabbau mit hölzerner Grabkammer in einem Hügel ist aufwändig, aber vor allem die Beigaben sind auffällig zahlreich für diese Epoche vor etwa 4.500 Jahren: Zehn reich dekorierte Gefäße, elf fein gearbeitete Pfeilspitzen, mehrere verzierte Knochenpfrieme und vier Armschutzplatten aus Stein. Diese flachen bis leicht gebogenen Steinplatten wurde speziell zugeschliffen und durchbohrt, um am Unterarm getragen zu werden, um diesen vor dem Zurückschnellen der Bogensehne zu schützen.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei.
Glockenbecher, Pfeilspitzen und Armschutzplatten aus dem Grab von Köfering (Foto: BLfD)
Sonntag20.03.
14:00 Uhr
Regionalgruppe Schwandorf

WAA Wackersdorf – Die Anfänge des Widerstands

Teil 1: 1981-1983
Vortrag von Wolfgang Nowak, Schwandorf
Ort: Schwarzhofen, Rathaus, Marktplatz 1, Sitzungssaal

Anfangs der 1980er-Jahre geriet die Oberpfalz ins Visier der Atomindustrie. Hier sollte schließlich im Raum Wackersdorf eine Wiederaufbereitungsanlage (WAA) für abgebrannte Kernbrennstäbe entstehen. Bald regte sich Widerstand, Bürgerinitiativen entstanden und die Oberpfalz wurde in der Auseinandersetzung um die WAA bundesweit ein Begriff.

Anmeldung erforderlich unter alfred.wolfsteiner@gmx.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Kulturförderkreis Schwarzhofen
Ausschnitt aus einem Aufruf zur Großdemonstration gegen die WAA (Foto: Alfred Wolfsteiner)
Sonntag27.03.
09:20 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Neuanfänge: Heimatvertriebene in Bayern - Besuch der Synagoge in Regensburg

Führungen von Dieter Weber, Regensburg, und Dieter Dörner, Amberg
Treffpunkt: Amberg, Bahnhofshalle

Dort, wo sich der anlässlich der Pogromnacht 1938 zerstörte Tempel der jüdischen Gemeinde Regensburgs befand, entstand die Neue Synagoge als Zeichen neu erweckten jüdischen Lebens. Dieter Weber, Leiter des Fördervereins „Neue Synagoge“, führt durch diese und berichtet über das Leben der neu erstandenen Gemeinde.

Nach einer 90-minitügen Mittagspause besuchen wir in der Bavariathek des Hauses der Bayerischen Geschichte die Sonderausstellung „Neuanfänge“. Flucht, Vertreibung und Integration ist das Thema der Ausstellung. Die Integration von 2 Millionen Vertriebenen und Flüchtlingen war für Bayern eine der größten Herausforderungen in jüngster Zeit.

Anmeldung erforderlich unter geschichtsnetzwerk.oberpfalz@gmx.de.

Teilnahmegebühr: 25 Euro (beinhaltet Fahrt, Eintritt und Führung im Museum der Bayerischen Geschichte). Die Führung in der Synagoge ist kostenlos, es wird um eine Spende gebeten.
Auf der Flucht (Foto: Haus der Bayerischen Geschichte)
Sonntag27.03.
10:00 Uhr
Regionalgruppe Cham

Krankheit, Elend und Genesung

Die Entwicklung des Pflege- und Gesundheitswesens der Stadt Cham
Führung von Dr. Wolfgang Schoyerer, Cham
Ort: Cham, Museum SPUR/ehemaliges Armenhaus der Stadt Cham, Schützenstraße 7

Kaum einer von uns kann sich vorstellen, dass einst die Bader den Ärzten und Apothekern vorgezogen wurden und das Vieh wertvoller war, als die eigene Gesundheit. Und dennoch gab es sie, diese vermeintlich "gute alte Zeit", in der die medizinische Versorgung mehr einem Provisorium als einem Gesundheitswesen nach heutigem Verständnis glich. Gerade deshalb möchten wir mit der Stadtführung "Krankheit, Elend und Genesung" an die Entwicklung des Pflege- und Gesundheitswesens der Stadt Cham erinnern. Lässt sich doch dieser Fortschritt auch nach wie vor an etlichen Gebäuden ablesen. Aktuell wird mit den Neubauplanungen des Seniorenheims St. Michael ein weiterer Meilenstein in dieser langen Tradition gesetzt. Kommen sie also mit und begleiten sie die am Museum SPUR startende Führung, welche uns bis hin zum Studienheim St. Josef am Fuße des Kalvarienbergs führt.

Anmeldung erforderlich unter 0176/21549993. Die Veranstaltung findet auch bei schlechtem Wetter statt.

Teilnahme kostenlos.
Reservelazarett im Chamer Redemptoristenkloster (Foto: Florian Gruber)
Hauptverein Regensburg

Der Band „Regensburg“ in der Reihe „Die deutschen Königspfalzen“

Buchpräsentation
Ort: Regensburg, Runtingerhaus, Keplerstraße 1, Großer Runtingersaal

Der von Prof. Dr. Peter Schmid bearbeitete dritte Teilband zu den Königspfalzen in Altbayern (Die deutschen Königspfalzen. Repertorium der Pfalzen, Königshöfe und übrigen Aufenthaltsorte der Könige im deutschen Reich des Mittelalters, Bd. 5: Bayern, Teilband 1,2: Altbayern, Regensburg) dokumentiert die fast 200 nachweisbaren königlichen Aufenthalte in Regensburg, einem der bedeutendsten Zentralorte Bayerns, zwischen Karl dem Großen im Oktober 788 und Konrad IV. im Dezember 1250 sowie die zahlreichen Versammlungen lokalen Charakters innerhalb der Stadt. Darüber hinaus wird die Entwicklung der Residenzen am Ort sowie dessen Entwicklung aus römischen Wurzeln dargestellt. Der Band beinhaltet grundsätzliche Erkenntnisse zur Funktion Regensburgs für das ostfränkisch-deutsche Königtum, von der Entwicklung des Ortsnamens, der Genese der Königs-, Herzogs- und Bischofspfalz über die archäologischen Ergebnisse und der Auswertung aller erzählenden Quellen, welche die königlichen Aufenthalte darstellen, bis hin zu einer umfassenden Auswertung dieser auf Quellen und Überresten basierenden Befunde. Dieses grundlegende Werk zur Geschichte Regensburgs im Mittalter soll hier einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Anmeldung erforderlich unter info@hvor.de.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in Kooperation mit dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Ausschnitt aus dem Titel des neuen Bandes (Foto: Vandenhoeck & Ruprecht)