Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Samstag04.04.
20:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Das Wirken der Familie Asam im Pflegamt Helfenberg

Mit Informationen über die aktuellen Sanierungspläne für die Schlossruine Helfenberg
Vortrag von Gabriele Schneider, Velburg
Ort: Lengenfeld, Gasthof zum Löwen, Helfenbergstraße 1

Hans Georg Asam, der Vater der berühmten Künstlerbrüder Cosmas Damian und Egid Quirin, war ein vielbeschäftigter Freskenmaler. 1702 hatte er für Graf Ferdinand von Tilly einen umfangreichen Freskenzyklus in dessen neuen Schloss Helfenberg fertiggestellt (nicht erhalten). Die Familie Asam lebte in den Jahren 1702/03 und 1707 nachweisbar in Velburg und übernahm mehrere kleinere und größere Arbeiten im Auftrag Tillys in seinem Hoheitsgebiet, z. B. die Fresken in der Wallfahrtskirche Freystadt. Nach dem Tod des Vaters 1711 führten die Söhne zusammen mit der Mutter Maria Theresia und der Schwester Salome die Aufträge zu Ende. Spuren der Familie Asam finden sich in Kleinalfalterbach, Deusmauer, Lengenfeld, Harenzhofen, Breitenbrunn und St. Colomann. In Günching befindet sich das erste selbständige Werk Cosmas Damians, dem auch ein Fresko in Hohenfels zugeschrieben wird.

Einleitend informiert der Vereinsvorsitzende Thomas Stigler über die geplante Sanierung der Schlossruine.

Eintritt frei; Spenden erbeten. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Schloss Helfenberg e.V.
Günching, Mariä Verkündigung, 1716 (Foto: Gabriele Schneider)
Mittwoch06.05.
19:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Die Burgruine Ehrenfels bei Beratzhausen

Ergebnisse der Untersuchung des Baubestands
Vorträge von Dipl.-Ing. univ. Architekt Günter Naumann und Dipl.-Ing. (FH) Arnold Kreisel
Ort: Beratzhausen, Zehentstadel, Paracelsusstr. 29

Die verbliebene aufgehende Bausubstanz der Burgruine Ehrenfels ist in weiten Bereichen in ihrem Bestand stark gefährdet. Durch das Architekturbüro Naumann erfolgte erstmalig eine tachymetrische Grundvermessung der Burganlage mit allen erkennbaren Mauerzügen, sowie Wall- und Grabenanlagen, die sowohl als Planungsgrundlage dient als auch Grundlage für spätere Eintragungen von weiteren baulichen und archäologischen Erkenntnissen sein soll. Von allen aufgehenden Bauwerksteilen wurden Orthofotographien erstellt und als maßstäbliche Bildpläne M 1 : 20 ausgearbeitet. Bereiche mit bedeutsamer Befundlage können zu einem späteren Zeitpunkt durch steingerechtes Aufmaß dokumentiert werden. Die Bildpläne dienten als Grundlage zur Schadenskartierung und Erarbeitung eines Maßnahmenkonzeptes sowie der Kostenberechnung. Ziel der dringend erforderlichen Sicherungsmaßnahme soll eine reduzierte, behutsame und möglichst dauerhafte Konservierung des noch vorhandenen Baubestandes sein.

Arnold Kreisel wird in einem ersten Teil die Bestandsaufnahme darstellen, in einem zweiten Teil wird Günter Naumann auf den baulichen Zustand und die erforderlichen Massnahmen eingehen.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Markt Beratzhausen
Teilansicht der Burgruine Ehrenfels bei Beratzhausen (Foto: Architekturbüro G. Naumann, Regensburg)
Samstag16.05.
15:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Blicke auf die Stadt – Die historische Entwicklung der Region Regensburg

Rundgang mit Dr. Rosa Micus M.A., Regensburg
Treffpunkt: Regensburg-Steinweg, Dreifaltigkeitsberg, vor der Kirche

Der Dreifaltigkeitsberg ist der Aussichtsbalkon auf Regensburg. Hier wollen wir mit etwas Glück die Sonne genießen, etwas flanieren und dabei einen gelehrten Blick auf die gesamte Stadt und die Region werfen. Besonders wird die Altstadt interessieren: ihre Lage am Fluss, ihr Aufbau aus hochmittelalterlichem Zentrum und spätmittelalterlicher Erweiterung, ihre Türme, Kirchen und Klöster. Die Führung behandelt die Ausdehnung zur Zeit als Freie Reichsstadt, die Erweiterungen des 19. und 20. Jahrhunderts hin zu „Groß-Regensburg“ und die Lage der Stadt in ihrer Umgebung. Auch die Entwicklungen am Hang des Dreifaltigkeitsberges und des Stadtteil Steinwegs werden erörtert.

Eintritt: 8 Euro (für HV-Mitglieder frei). Anmeldung erforderlich unter Tel. 09493/951331 oder E-Mail: info@kunstliteratour.com
Detail aus der Stadtansicht Regensburgs in der Schedelschen Weltchronik, 1493 (Foto: Wikipedia)
Freitag29.05.
18:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Die Burgruine Niederviehhausen

Welche Möglichkeiten bieten sich zum Erhalt des Bergfrieds?
Führung von Alois Renner, Viehhausen
Treffpunkt: Viehhausen, Gasthaus Schwindl, Jurastraße 19, Parkplatz

Die einstige Burganlage wurde im 12. Jahrhundert am Rand eines Hochplateaus über der Schwarzen Laber erbaut. Sie ist erstmals 1181 mit einem Brouno de Vienhusen urkundlich erwähnt. Die Burg war während der Geschichte in den Händen mehrerer Geschlechter z. B. der Chamerauer und der Wolfsteiner. Der Legende nach verweilte Agnes Bernauer im Jahr 1430 mit ihrem Gemahl, dem Bayernherzog Albrecht III., auf der Burg. Heute steht nur noch der gut erhaltene, 22 m hohe Bergfried aus Buckelquadern, der wohl um 1200 gebaut wurde. Der vierstöckige Turm mit 1,9 Metern Mauerstärke deckte den Zugang über den Halsgraben, der den Bergsporn vom Plateau abtrennt. Früher umfasste die Gesamtanlage einen Wohnbau mit Zisterne und scheint von einer Zwingeranlage umgeben gewesen zu sein.

Nach der Führung, um ca. 19 Uhr, findet im Gasthaus Schwindl ein historischer Stammtisch mit Vorträgen und Bildern statt, anschließend Diskussion u.a. mit Vertretern der Gemeinde Sinzing, Ortsheimatpfleger Alois Renner und Kreisheimatpfleger Karl Hoibl.  

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kultur und Soziales der Gemeinde Sinzing
Burgruine Niederviehhausen (Foto: Bilderarchiv Egon Gröschl)
Donnerstag25.06.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Oberpfälzer Wallfahrten nach Altötting

Vortrag von Dr. Irmgard Siede, Mannheim
Ort: Beratzhausen, Zehentstadel, Paracelsusstr. 29

Jedes Jahr machen sich viele Gruppen von Fuß- und Radwallfahrern aus der ganzen Oberpfalz (u.a. aus Sulzbach, Velburg, Daßwang, Regensburg, Schwandorf, Beratzhausen, Oberpfraundorf, Hemau, Painten und Cham) auf den Weg zur Schwarzen Madonna nach Altötting. Der Vortrag wird die Ursprünge und Hintergründe dieser Pilgerfahrt beleuchten, auf die Gnadenbildkopien eingehen (z.B. auf dem Freiberge bei Lauterhofen, Oberpfalz) und danach fragen, wie Wallfahrten von Fürsten den Kult dieser Gnadenbilder förderten. Dabei kommen auch andere schwarze Marienbilder, wie die schwarze Muttergottes in Niedermünster (Regensburg) oder das Loreto-Gnadenbild in Sulzbach-Rosenberg zur Sprache.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Markt Beratzhausen
Die Schwarze Madonna von Altötting mit Gnadenrock (Foto: Bischöfliche Administration der Heiligen Kapelle, Altötting)
Freitag03.07.
20:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Wie entsteht eine Landesausstellung?

Nachlese zur Bayerischen Landesausstellung „100 Schätze aus 1000 Jahren“ in Regensburg
Vortrag von Dr. Veronika Schmeer, Augsburg
Ort: Weltenburg, Abtei St. Georg, Asamstraße 32, Festsaal

Dr. Veronika Schmeer, die im Projektteam der Bayerischen Landesausstellung 2019/20 mitarbeitete, berichtet über die Entstehung und Entwicklung des Konzepts für die Ausstellung "100 Schätze aus 1000 Jahren". In diesem Rahmen geht sie u.a. auch auf die Zusammenarbeit mit den zahlreichen Institutionen (Archive und Museen) und Privatleuten in aller Welt ein, die Objekte und Inhalte zu der Ausstellung beisteuerten.

Eintritt: 3 Euro (für HV-Mitglieder frei). Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Gruppe Geschichte Kloster Weltenburg e.V.
Seidenschuhe aus dem Grab Bischof Otto II. von Bamberg, 12. Jh. (Foto: Chr. Riedl-Valder)
Samstag04.07.
14:00 Uhr
Regionalgruppe Oberpfälzer Jura

Das ehemalige Flüchtlingslager in Alling

Führung mit Karl Hoibl und Dr. Manfred Kunz, beide Sinzing
Treffpunkt: Alling, Am Röth 19 (bei der Brücke nach der ehemaligen Papierfabrik)

Seit der Ansiedlung einer Papiermühle 1836 durch Friedrich Pustet entwickelte sich Alling zu einem blühenden Industriestandort. 1943 ließ die Papierfabrik Barackenunterkünfte für Fremdarbeiter errichten. Ab 1945 dienten die Gebäude dann als Auffang- und Durchgangslager für Flüchtlinge, vor allem aus dem Sudetenland. Die Belegung umfasste damals durchschnittlich 400 Personen. Zur Unterrichtung der Kinder aus den Familien, die vor Ort blieben, richtete man anfangs eine provisorische Schule ein, die 1949 in eine eigene Baracke zog. Ab den Schuljahr 1950/51 besuchten rund 40 Kinder aus dem Lager zusammen mit den einheimischen Kindern hier den Unterricht. 1956 erhielt Alling zusätzlich eine landwirtschaftliche Berufsschule. Acht Jahre später erfolgte jedoch die Schließung des Schulstandortes.

Eintritt: 8 Euro (für HV-Mitglieder frei)
Die Schulbaracke des ehemaligen Flüchtlingslagers in Alling, um 1951 (Foto: Bilderarchiv E. Gröschl)