Historischer Verein für Oberpfalz und Regensburg

Regionalgruppe Amberg

Donnerstag19.05.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Japans christliches Jahrhundert 1549-1640 und die erste Begegnung mit dem Westen

Vortrag von Dr. Andrea Hirner, München
Ort: Amberg, Provinzialbibliothek, Malteserplatz 4, Barocksaal

Erst 1543 wurde Japan von Seefahrern entdeckt. Wenig später begannen Mitglieder des Jesuitenordens mit Erfolg im Land zu missionieren. Sie waren die ersten, die über Japan berichteten, aber auch Kenntnisse über den Westen verbreiteten. Doch gegen 1580 begann der Niedergang der Mission, die mit der Ausweisung aller Katholiken 1639 ihr Ende fand. Einer der Gründe war die Konsolidierung der politischen Macht in Japan und die Überzeugung, dass die katholische Religion nicht zu Japan passe. "Japans christliches Jahrhundert" bedeutet aber auch "die Zeit der südlichen Barbaren", die vor allem in der Kunst Spuren hinterlassen haben.
Begleitvortrag zur Ausstellung „Japonia – Bilder von Japan in den Büchern der Provinzialbibliothek Amberg“ im Barocksaal (16. Mai bis 15. Juli 2022)

Eintritt frei. Ein Angebot der Provinzialbibliothek Amberg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V. und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Japanischer Tempel (Foto: Provinzialbibliothek Amberg)
Donnerstag02.06.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Mönch wider Willen – Bibliothekar aus Leidenschaft

Martin Willibald Schrettinger (1772–1851) aus Neumarkt in der Oberpfalz
Vortrag von Manfred Knedlik M.A., Augsburg
Ort: Amberg, Provinzialbibliothek, Malteserplatz 4, Barocksaal

Bis heute gilt Martin Schrettinger, dessen Geburtstag sich am 17. Juni 2022 zum 250. Mal jährt, im Urteil der Fachwelt als einer der Wegbereiter der modernen Bibliothekswissenschaft, wobei er sogar für sich in Anspruch nehmen darf, diesen Begriff geprägt zu haben. In der Münchner Hofbibliothek, der heutigen Bayerischen Staatsbibliothek, fand er zu Beginn des 19. Jahrhunderts seine große Lebensaufgabe. Noch vor der offiziellen Säkularisation hatte er im September 1802 einen endgültigen Schlussstrich unter sein bisheriges Leben als Benediktinermönch in Weißenohe gezogen und sein Habit abgelegt. Zunehmend hatte er dort den Anschluss an moderne Entwicklungen gesucht. Unter dem Eindruck aufklärerischer Lektüre rebellierte er mehr und mehr gegen die Verpflichtungen des Klosterlebens, immer heftiger kritisierte er seine geistlichen Vorgesetzten und wurde so letztlich zu einem wirkungsvollen Zuarbeiter der Aufhebungsbestrebungen der staatlichen Behörden. Diese Sonderrolle lässt es als lohnende Aufgabe erscheinen, diesen Lebensabschnitt Schrettingers einer näheren Betrachtung zu unterwerfen.

Eintritt frei. Ein Angebot der Provinzialbibliothek Amberg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V. und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Martin Schrettinger (Foto: Provinzialbibliothek Amberg)
Samstag11.06.
08:00 Uhr
Regionalgruppe Amberg

„Typisch Franken“ - „Jüdisches Franken“

Exkursion mit Dieter Dörner, Amberg
Treffpunkt: Amberg, Stadtgalerie Alte Feuerwache im Stadtmuseum Amberg, Zeughausstraße 18

Unter dem Motto „Typisch Franken“ steht die diesjährige Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte im fränkischen Ansbach. Nicht nur Bratwürste, Wein, Fachwerk und Dialekt sind typisch für Franken, sondern auch die sich zumindest bis vor etwa 200 Jahren erheblich von Altbayern unterscheidende Geschichte. Eine Vielzahl von verschiedenen Herrschaften, Reichsstädten, Reichsritterschaften, Adelsherrschaften und Fürstentümern charakterisierten und charakterisieren auch heute noch das Land.

So unterschiedlich die politischen Verhältnisse über Jahrhunderte waren, so differenziert war auch das Verhältnis der Herrschenden zu den Juden. Viele Städte, so auch Ansbach, hatten im Mittelalter jüdische Gemeinden. Die neuzeitliche Gemeinde Ansbach ging auf das 17. Jahrhundert zurück. Während anfangs die Gottesdienste in Privatwohnungen abgehalten wurden, kam es 1746 zur Einweihung einer Synagoge, die zumindest in der Bausubstanz das Dritte Reich überstand.

Der Hauptteil der Landesausstellung findet in der Orangerie der Stadt Ansbach statt. Nach der Führung in der Orangerie bleibt ausreichend Zeit zur Vertiefung der Eindrücke, für einen Mittagsimbiss und die Möglichkeit, den zweiten Teil der Ausstellung in der Kirche St. Gumbertus zu besuchen. Auf dem Rückweg von St. Gumbertus zum Bus wird uns die Synagoge mit der Geschichte der neuzeitlichen jüdischen Gemeinde vorgestellt.

Anmeldung ist erforderlich bis 3. Juni 2022 unter 09621/475520 oder info@keb-amberg-sulzbach.de. Rückkunft gegen 18.00 Uhr

Teilnahmegebühr (inkl. Fahrt, Führungen, Eintritt): 20 Euro. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V.
Logo der Landesausstellung "Typisch Franken" (Foto: Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg)
Dienstag05.07.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Altstraßen in der Oberpfalz

Vortrag von Alfred Wolfsteiner, Schwarzhofen
Ort: Amberg, KEB-Bildungszentrum, Dreifaltigkeitsstraße 3

Die Oberpfalz bildet seit Jahrhunderten eine Drehscheibe des überregionalen Verkehrs. Überall lassen sich Spuren alter Wege erkennen. Der Referent stellt den Arbeitskreis „Andiamo“ vor. Er erläutert, welche Quellen der Altstraßenforschung dienen und welche neuen technischen Möglichkeiten es gibt, historische Verkehrswege in der Landschaft zu entdecken.

Eintritt frei. Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V.
Der Bistumssteig - eine Altstraße im Naturpark Hirschwald (Foto: Naturpark Hirschwald)
Freitag15.07.
19:30 Uhr
Regionalgruppe Amberg

Die Wiederbegründung der Oberpfälzer Klöster in einer Handschrift aus dem Kloster Fürstenfeld

Vortrag von Dr. Wolfgang Valentin-Ikas, München, und Christian Malzer M.A., Würzburg
Ort: Amberg, Provinzialbibliothek, Malteserplatz 4, Barocksaal

Die Provinzialbibliothek Amberg verwahrt das Büchererbe aus den Oberpfälzer Klöstern. Im 17. Jahrhundert fanden die Verhandlungen zu ihrer Wiederbegründung statt, an denen auch der Fürstenfelder Abt Martin Dallmayer zusammen mit dem Prior als Sekretär teilnahm. Christian Malzer stellt einen bisher als verschollen angesehenen Autographen des Priors vor, der konkret die Klöster Kastl, Ensdorf, Speinshart, Walderbach und Waldsassen sowie Reichenbach und Weißenohe behandelt. Der zeitgenössische Bericht geht besonders auf die Wiederbesiedelung des Klosters Waldsassen durch die Zisterzienser in Fürstenfeld ein. Jüngst wurde dieser von der BSB München erworben. Wolfgang-Valentin Ikas referiert über die zisterziensischen Bestände aus Waldsassen und Fürstenfeld im Bestand der Bayerischen Staatsbibliothek, ihre Erschließung und wie sie durch Erwerbungen arrondiert wurden. 

Eintritt frei. Ein Angebot der Provinzialbibliothek Amberg in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Amberg-Sulzbach e.V. und dem Historischen Verein für Oberpfalz und Regensburg
Kloster Fürstenfeld (Foto: Privatarchiv Dieter Dörner)